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DKMS-Siegel fürs Hannah-Arendt-Gymnasium

Fünf Aktionen, zwei Lebensretter

Lengerich

Das Hannah-Arendt-Gymnasium ist mit dem DKMS-Siegel ausgezeichnet worden. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei bedankt sich damit für inzwischen fünf Typisierungsaktionen an der Schule. Zwei der Beteiligten haben durch eine Stammzellenspende zwei anderen Menschen eine zweite Lebenschance gegeben.

Von Michael Baar

Friedel Snethkamp (3. von links) überreicht das DKMS-Siegel an HAG-Leiterin Angelika Elsermann. Darüber freuen sich auch David Merkens, Mareike Schröder, Sascha Kötterheinrich, Carmen Altevogt und Angelika Heitmann (von links). Foto: Michael Baar

Zwei Lebensretter hat das Hannah-Arendt-Gymnasium schon hervorgebracht. Angesichts von insgesamt 463 typisierten Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern „eine ungewöhnliche Quote“, so Friedel Snethkamp. Der Lengericher, Initiator von über zwei Dutzend Typisierungsaktionen für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) hat am Dienstag der Schule das DKMS-Siegel überreicht.

Fünf Typisierungsaktionen haben bereits am HAG stattgefunden. Die erste im Jahr 2002, als es um Hilfe in einem aktuellen Fall ging. Seit 2012 hat Friedel Snethkamp weitere vier Aktionen mit der Schule auf die Beine gestellt. „Das lief immer sehr unproblematisch mit dem HAG, die Schule war immer top vorbereitet“, spricht er Mareike Schröder und David Merkens direkt an. Die beiden Lehrer sind in die Projektorganisation „Gesunde Schule“ eingebunden.

Alle zwölf Minuten, so erläutert der Typisierungsexperte, erhalte in Deutschland ein Mensch die Diagnose Blutkrebs. „Die Chance, einen genetischen Zwilling für eine Stammzellenspende zu finden, liegt bei bis zu eins zu einer Million“, verdeutlicht er, wie ungewöhnlich es sei, dass bereits zwei am HAG Typisierte anderen Menschen eine zweite Chance ermöglicht haben. Insgesamt 10,5 Millionen Menschen seien bei der DKMS registriert, rund 91 000 haben durch eine Spende anderen Menschen in 57 Ländern das Leben gerettet.

„So nach den Sommerferien“, schätzt er die Möglichkeit ein, eine weitere Typisierungsaktion am Gymnasium auf die Beine zu stellen. Schulleiterin Angelika Elsermann fände das gut, ist aber vorsichtig, will erst die weitere Corona-Entwicklung abwarten. Dass das Projekt Typisierung wichtig ist, daran lässt sie keinen Zweifel. „Was meine Vorgängerin Angelika Heitmann auf den Weg gebracht hat, wird fortgesetzt“, versichert sie. Schließlich sei das HAG ja auch als „gesunde Schule“ zertifiziert. Gesundheitsthemen seien fester Bestandteil von Projekten, weil in den Schulalltag integriert.

Die eigentliche Typisierung hat sich im Jahr 2017 grundlegend gewandelt. Vorher wurden die potenziellen Spender um eine kleine Menge Blut erleichtert. Jetzt reicht ein Wangenabstrich in der Mundhöhle. Das zeigt sich auch bei den Kosten je Typisierung. Aus vormals 50 Euro sind 35 Euro geworden, die je Typisiertem aufzubringen ist. „Ohne Sponsoren wäre das nie möglich gewesen“, stellt Friedel Snethkamp fest. „Ich brauchte nur anrufen und sagen, dass eine Typisierung ansteht, dann hatte ich auch schon eine Spende“, beschreibt er mit Blick auf Carmen Altevogt und Sascha Kötterheinrich das unkomplizierte Zusammenarbeiten mit Stadtsparkasse Lengerich und Volksbank Münsterland Nord.

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