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Wasserversorgungsverband verabschiedet Geschäftsführer Johann Knipper

Gebühren für Trinkwasser stabil

Lengerich/Tecklen...

Auf der Versammlung des Wasserversorgungsverbandes ist dessen langjähriger Geschäftsführer Johann Knipper verabschiedet worden. Er tritt Ende Januar in den Ruhestand. Sein Nachfolger Thomas Meyer kommt aus dem Verband. Daneben votierte die Versammlung für stabile Wasserpreise.

Holger Luck

Verbandsvorsteher Dr. Marc Schrameyer verabschiedete den langjährigen WTL-Geschäftsführer Johann Knipper, der Ende Januar in den Ruhestand geht. Foto: Holger Luck

Das zweite Jahr in Folge bleiben die Gebühren für Trinkwasser stabil. So bezahlen Wasserkunden im Tecklenburger Land weiterhin 1,61 Euro pro Kubikmeter. Das beschloss am Montag die Verbandsversammlung des Wasserversorgungsverbandes Tecklenburger Land (WTL), die wegen Corona diesmal im Bürgerhaus Ibbenbüren stattfand. Ein deutlicher Anstieg ist bei den Gebühren für Hausanschlüsse zu verzeichnen. Sie steigen um 175 Euro auf dann 1605 Euro. Diese Anpassung sei vor allem erheblichen Preissteigerungen bei den Fremdleistungen geschuldet und „notwendig, um weiterhin kostendeckend arbeiten zu können“, erläuterte der Kaufmännische Leiter des WTL, Thomas Meyer.

Der Kaufmännische Leiter des WTL, Thomas Meyer, tritt im nächsten Jahr die Nachfolge von Johann Knipper als Geschäftsführer an. Foto:

Abwechslung in die eher trockenen Themen der Versammlung brachte nach Abarbeitung der Tagesordnung die Verabschiedung von WTL-Geschäftsführer Johann Knipper. Nach 25 Jahren im Amt geht Knipper Ende Januar in den Ruhestand. Damit ende für den WTL eine Ära, meinte Dr. Marc Schrameyer, der Knipper mit Präsentkorb und Blumenstrauß verabschiedete. „Er war das Gesicht des WTL. Dank ihm sind die Weichen für die Zukunft gestellt“, so der Verbandsvorsteher. Der scheidende Geschäftsführer versicherte, dass ihm die Entscheidung für den Posten „nie leid getan“ habe, obwohl er damals eigentlich keine Anstellung im öffentlichen Dienst mehr gewollt habe. Mit seinem Nachfolger Thomas Meyer habe er 25 Jahre gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet. „Dass er nun die Geschäftsführung übernimmt, halte ich für eine gute interne Lösung.“

Der Verbandsvorstand

Nach Ablauf der Wahlperiode hat die Verbandsversammlung turnusmäßig den Vorstand neu gewählt. Ibbenbürens Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer bleibt auch in der neuen Wahlperiode Verbandsvorsteher. Die weiteren Mitglieder des Vorstands: Bürgermeister Wilhelm Möhrke, Lengerich (1. Stellvertreter des Verbandsvorsitzenden), Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer, Westerkappeln (2. Stellvertreterin), Kreistagsmitglied Wilfried Grunendahl (Brochterbeck), Ratsherr Karl-Heinz Völler, Ibbenbüren, Ratsfrau Ulrike Sackarndt, Ibbenbüren, Bürgermeister David Ostholthoff, Hörstel, Ratsherr Christoph Lütkehues, Hopsten und Bürgermeister Rainer Lammers, Lotte. Als Vorsitzender der Verbandsversammlung wurde Ratsherr Gerd Hasenkamp aus Lengerich wiedergewählt, seine Stellvertreterin bleibt Ratsfrau Angelika Wedderhoff aus Ibbenbüren.

In seinem letzten Geschäftsbericht war Knipper zuvor auch auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie eingegangen. Diese führten im laufenden Jahr zu einer deutlich höheren Wasserabgabe als 2019. „Wir merken, dass die Menschen den Sommer größtenteils zuhause verbracht haben.“ Abgesehen davon, dass keine öffentlichen Veranstaltungen wie etwa Wasserwerksbesichtigungen stattfinden konnten, habe die Pandemie auf Betriebsabläufe bisher keine Auswirkungen gehabt. Sorge bereiten Johann Knipper weiterhin sinkende Grundwasserstände, wenn sich auch die extremen Werte der Vorjahre für 2020 nicht abzeichneten.

Einige Baumaßnahmen und Investitionen hat der WTL derzeit in Ausführung oder in Planung, allen voran das Großprojekt Wasserwerk Dörenthe. Viele dieser Maßnahmen seien 2020 nicht wie geplant vorangeschritten, einige hätten ins nächste Jahr geschoben werden müssen. Gründe für die Verzögerungen lägen im Wesentlichen in der Auslastung des Baugewerbes, so Knipper.

Aufschlussreich war auch der langfristige Finanzplan, mit dem der Noch-Geschäftsführer in die Zukunft blickte. Bis 2033 seien demnach Investitionen in Höhe von rund 124 Millionen Euro geplant. Dafür müssten weitere Kredite aufgenommen werden, die allerdings im selben Zeitraum bereits weitgehend zurückgezahlt sein sollen. Die Wassergebühr müsse bis 2033 um circa 14 Cent Netto steigen, so Knippers Prognose.

Der designierte Nachfolger Thomas Meyer hatte weitere Zahlen für die Versammlung. Allen voran der Jahresgewinn, der 2019 bei 1,632 Millionen Euro lag. Einen Erfolg in dieser Größenordnung sieht auch der Finanzplan für 2021 vor. Was die Wasserabgabe betrifft, geht Meyer künftig von geringeren Abgabemengen aus, da nach der RAG Anthrazit demnächst auch das Kohlekraftwerk als Großkunde wegfalle. Die Belegschaft des WTL soll sich nächstes Jahr um zwei neue Planstellen auf dann 83 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wachsen.

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