Das Ehrenmal in Settel wurde vor 100 Jahren eingeweiht

Gefallene sollen unvergessen bleiben

Lengerich

Vor 100 Jahren, am 22. Mai 1921, ist das Ehrenmal in Settel eingeweiht worden. Für die Mitglieder des Ehrenmal-Ausschusses Anlass, alte Dokumente über die Entstehung des Denkmals zusammenzutragen.

Von Gernot Gierschnerund

Seit 1953 steht das Ehrenmal an seinem heutigen Platz. Seinerzeit wurde es auch vergrößert. Foto: Günter Tierp

In wenigen Tagen jährt sich zum 100. Mal die Errichtung des Ehrenmals in Settel. Gegen das Vergessen und zur Erinnerung an die Toten in der Bauerschaft ließen die Bürger 1921 ein schlichtes Sandstein-Denkmal bauen. Mit einer Kranzniederlegung am Samstag, 22. Mai, erinnern und gedenken die Setteler der Einweihung.

28 Männer aus der Bauerschaft Settel – Söhne, Ehemänner, Brüder – haben im Ersten Weltkrieg ihr Leben verloren. Zum Gedenken an sie und an das Leid des Krieges wurde auf Initiative des 1905 gegründeten Schützenvereins Settel das Mahnmal in Auftrag gegeben. Am 22. Mai 1921 wurde laut Chronik das Sandstein-Ehrenmal an zentraler Stelle errichtet.

Der damalige Standort lag etwa 200 Meter nördlich der heutigen Anlage an der Ladberger Straße – 1921 noch eine staubige Landstraße. Das Grundstück stellte, damals wie auch heute noch, die Bauersfamilie Mersmann unentgeltlich zur Verfügung. Die vom heutigen Ehrenmal-Ausschuss zusammengetragenen historischen Dokumente geben einen Einblick in die Entstehungsgeschichte des Denkmals.

Initiator der Aktion war der Schützenverein unter Federführung des rührigen Vorsitzenden Friedrich Wermeier. Die feierliche Enthüllung erfolgte durch Stadtamtmann Breidenstein und die Gedenkrede hielt Gemeindepfarrer Kerstein.

Wer das schlichte Sandsteindenkmal geschaffen hat, ist nicht bekannt. Es bestand damals aus einer bearbeiteten Steinplatte, auf der eine Bronzetafel mit den Namen der 28 gefallenen Soldaten befestigt war. Auf dem Denkmal ein eisernes Kreuz und auf den Stufen davor ein ebenfalls aus Sandstein gearbeiteter Stahlhelm auf Eichenlaub. Zur Einweihung wurde auch eine Texturkunde mit eingemauert.

1953 wurde aufgrund der neuen Straßenführung der Ladberger Straße das Ehrenmal an seinem heutigen Platz komplett neu errichtet. Dabei wurde es umfangreich erweitert, um auch den 48 Setteler Männern, die im Zweiten Weltkrieg ihr Leben ließen oder vermisst blieben, ein ehrendes Gedenken zu geben.

Die alte Bronzetafel mit dem Sandsteinkriegshelm blieb erhalten und wurde in das neu gestaltete Ehrenmal aus Ibbenbürener Sandstein eingearbeitet. Verantwortlich dafür war der in der Region bekannte Steinmetz und Bildhauer Karl Fiedler. Für den Bauantrag bei der Stadt fertigte Fiedler auch ein maßstabsgetreues Holzmodell an, das noch im Original erhalten ist.

Das neue große Ehrenmal wurde am 10. Mai 1953 feierlich eingeweiht. Damals wurde ein Ehrenmal-Ausschuss für die dauerhafte Instandhaltung gegründet, der bis heute aktiv ist. Für die Finanzierung des Denkmals kamen bis ins Jahr 1994 die Bürger auf – es wurden regelmäßige Geldsammlungen in der Bauerschaft durchgeführt. Seitdem wird die gesamte Denkmalanlage von den Mitgliedern des Schützenvereins und des MGV „Heimatklang“ ehrenamtlich gepflegt und finanziell unterhalten.

Jährlich findet am Volkstrauertag eine Gedenkfeier mit Kranzniederlegung statt. Dabei wird immer auch mit persönlichen Schilderungen an die Toten und ihrer Schicksale erinnert. Im Rahmen des jährlichen Schützenfestes erfolgt eine zum Weltfrieden mahnende Feierstunde mit Gedenkrede zu Ehren der gefallen Schützenbrüder.

Zum 100-jährigen Bestehen wird der Ehrenmal-Ausschuss am Samstag in einem kleinen Festakt im Namen der Setteler Bevölkerung einen Schleifenkranz am Denkmal niederlegen.

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