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Kossen hält Vortrag bei der Fabi

Gegen Missstände in der Arbeitswelt

Tecklenburger Land

Pfarrer Peter Kossen ist für seinen Einsatz für Menschenrechte bei Arbeitnehmern in der Fleischindustrie über Lengerich hinaus bekannt geworden. Im September hält er zu diesem Thema einen Vortrag.

Pfarrer Peter Kossen, leitender Pfarrer der Pfarrgemeinde Seliger Niels Stensen in Lengerich, hier bei einer Protestaktion vor einem Werkstor in Coesfeld, wird in einem Vortrag bei der Fabi in Ibbenbüren unwürdige Praktiken in diversen Industriezweigen anprangern. Foto: Fabi

Unter dem Thema „Moderne Sklaverei in der Parallelwelt einer sozialen Marktwirtschaft“ wird Peter Kossen, leitender Pfarrer der Pfarrgemeinde Seliger Niels Stensen in Lengerich, in einem Vortrag unwürdige Praktiken in diversen Industriezweigen anprangern. Dazu lädt die Familienbildungsstätte Ibbenbüren am Mittwoch, 14. September um 19 Uhr ein.

Der bekannte Pfarrer und Menschenrechtler verfolgt schon lange die prekären Beschäftigungsverhältnisse in der Fleischindustrie, auf Werften, in Subunternehmen von Paketdienstleistern und auch bei den Saisonarbeitenden auf Spargelfeldern. Unermüdlich erhebt er seine Stimme für die Menschen, die als Leiharbeiter in unserer unmittelbaren Nähe unter entwürdigenden Arbeits- und Lebensbedingungen zu leiden haben.

"Wegwerfmenschen": Scharfe Kritik an Arbeitgebern

Mit den „Wegwerfmenschen“, wie Kossen sie nennt, haben die Arbeitgeber leichtes Spiel: Sie sprechen kein Deutsch, kennen ihre Rechte nicht und können sich aus diesen Gründen nicht organisieren. „Sie werden angemietet, verschlissen und dann entsorgt“, erklärt der Referent. Arbeitnehmer-Freizügigkeit sei eine der großen Errungenschaften der Europäischen Union. Unter dem Radar der Rechtsstaatlichkeit habe sich jedoch seit 30 Jahren in der Fleischindustrie und weiteren Branchen eine Schattenwelt entwickelt, in der eine Geisterarmee von Arbeitsmigranten in Formen von moderner Sklaverei ausgebeutet und abgezockt wird.

Pfarrer Peter Kossen fordert dazu heraus, hinzuschauen und zu handeln. Denn, davon ist er überzeugt, es geht anders und besser. Er gründete 2019 den Verein „Aktion Würde und Gerechtigkeit“ mit Sitz in Lengerich, der den „Lohnsklaven“ bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche helfen will. In seinem Vortrag wird er den Zuhörenden Einblicke in Situationen gewähren, die sich vor ihren Augen und doch im Verborgenen abspielen.

Der Vortrag am 14. September beginnt um 19 Uhr in der Familienbildungsstätte in Ibbenbüren, Klosterstraße 21. Anmeldungen sind bereits jetzt möglich: Online über die Homepage www.fabi-ibbenbueren.de oder telefonisch unter 05451 / 9 64 40, montags bis freitags, 9 bis 12 Uhr und montags bis donnerstags, 14 bis 17 Uhr.

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