LWL-Klinik: Bundestag bewilligt 472 000 Euro

Geld für Sauerländer Schiefer

Lengerich

Die LWL-Klinik bekommt 472 000 Euro aus einem Topf für Denkmalschutz des Bundes. Das Geld fließt im Zuge der umfangreichen Modernisierung der Einrichtung. Mit dem ersten Bauabschnitt soll Anfang kommenden Jahres begonnen werden.

Für die Gebäude 04 und 05 soll das Geld aus Berlin verwandt werden Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Etwa 60 Millionen Euro will der Landschaftsverband Westfalen-Lippe in die Modernisierung der LWL-Klinik in Lengerich in den kommenden Jahren investieren. Da sieht eine Summe von 472 000 Euro ziemlich klein gegen aus. Und doch ist die Freude beim Kaufmännischen Direktor Thomas Voß unüberhörbar groß, als er die Nachricht aus Berlin kommentiert, die am Mittwoch eintraf. „Das ist ein toller Erfolg.“ Das Geld fließt aus dem Kulturetat des Bundes, genauer gesagt aus dem „Denkmalschutz-Sonderprogramm X“.

Das widmet sich national wichtigen Projekten mit kulturhistorischer Bedeutung. Voß erzählt, dass der LWL nach einem entsprechenden Hinweis auf das Programm einen Förderantrag gestellt habe. Die Bezirksregierung sei ebenfalls mit im Boot gewesen; sie habe der Klinik die geforderte Bedeutung attestiert. Zudem seien Bundestagsabgeordnete aus der Region darum gebeten worden, den Antrag zu unterstützen.

Ob das ausschlaggebend war? Bundesbildungsministerin Anja Karliczek aus Brochterbeck, die für die CDU im Bundestag sitzt, und die SPD-Parlamentarierin Ingrid Arndt-Brauer aus Horstmar vermeldeten zumindest per Pressemitteilung, dass der Haushaltsausschuss des Bundestags am Mittwoch die Mittel bewilligt hat.

Die Höhe der Summe erklärt sich durch das Bauvorhaben des LWL. Eingesetzt werden soll die sechsstellige Summe im ersten Bauabschnitt, so der Kaufmännische Direktor. Für den sind 30 Millionen Euro angesetzt, davon rund zwei Millionen Euro für Denkmal-relevante Maßnahmen. Von denen sei rund die Hälfte förderfähig und davon wiederum übernehme das „Sonderprogramm X“ 50 Prozent. Macht im Fall der Klinik 472 000 Euro.

Eingesetzt wird das Geld bei den Gebäuden 04 und 05, die den historischen Komplex im Norden abschließen. Beispielhaft nennt Voß Innenputzarbeiten, die dort im Zuge des Denkmalschutzes fällig würden. Und dann verweist er auch auf den Sauerländer Schiefer, der – seit der Errichtung der Gebäude im 19. Jahrhundert – die Dächer bedeckt. „Dünn wie Papier“ sei der Schiefer inzwischen, höchste Zeit also, ihn auszutauschen.

Ersetzt werden soll er – das lasse der Denkmalschutz gar nicht anders zu, sagt der leitende Mitarbeiter des LWL – wieder durch das Naturmaterial aus dem deutschen Mittelgebirge.

Baubeginn wird nach Angaben von Voß Anfang 2022 sein. Bereits seit geraumer Zeit laufen auf dem Gelände Vorarbeiten wie der Abriss von Gebäuden.

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