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Gute Ernte – schlechte Ernte: Ortslandwirt zieht gemischte Bilanz

Große Ertragseinbußen beim Mais

Lengerich

Eine gemischte Bilanz zieht Ortslandwirt Ulrich Stapenhorst in Sachen Ernte 2022. Während die Getreideernte noch recht zufriedenstellend war, ist die Maisernte offenbar verheerend. Der Landwirt geht davon aus, dass wohl nur die Hälfte des Vorjahresertrages erzielt werden kann.

Von diesem Anblick können die Lengericher Landwirte in diesem Jahr wohl nur träumen. Die Maisernte wird katastrophal. Die lange Dürre hat dem Mais derart zugesetzt, dass er teilweise nicht einmal Kolben ausgebildet hat. Foto: Klaus Meyer

Ulrich Stapenhorst hat wenig Zeit. „Wir sind mitten in der Ernte“, sagt der Ortslandwirt und opfert dann einige Minuten seiner Mittagspause, um eine kurze Ernte-Bilanz zu ziehen. Die Getreideernte sei wider Erwarten zufriedenstellend gewesen. Allerdings, schränkt er ein, sei sie regional sehr unterschiedlich ausgefallen. In Wechte zum Beispiel, im Bereich des Wassergewinnungsgebietes, sei die Getreideernte nicht gut gewesen, weil es dort kaum geregnet habe. Eine echte Katastrophe aber sei die Maisernte in der Region, berichtet Stapenhorst, selbst gerade mit der CCM-Maisernte beschäftigt. Die lang anhaltende Trockenheit habe dem Mais derart zugesetzt, dass er teilweise nicht mal Kolben ausgebildet habe. Stapenhorst rechnet mit einem kargen Ernte-Ergebnis: „Wir werden wohl nur die Hälfte des Ertrages vom vergangenen Jahr haben.“

Die Mais-Missernte sei aber offenkundig ein regionales Problem, verweist er auf den Raum Westerkappeln, in dem das Ernteergebnis wegen der besseren Böden, besser ausfallen werde als auf den sandigen Böden im Raum Lengerich. Auch die Grasernte sei in diesem Jahr nicht gut gewesen, resümiert er. Ergo müssten viele Tierhalter wohl Futter teuer zukaufen. Das seien alles die Auswirkungen des Klimawandels, ist der Landwirt überzeugt und schaut mit Befremden nach Ost-Westfalen oder in die südlichen Teile des Landes, in denen es regnet, während im Norden weiterhin kein Tropfen fällt. „Das ist ein zweigeteiltes Deutschland“, bemerkt Stapenhorst und setzt hinzu, dass der Regen, sollte es jetzt noch Niederschläge geben, für den Mais auf jeden Fall zu spät käme.

Sorgenvoll blickt der Ortslandwirt gen Osten. Die Situation in der Ukraine mache ihm Angst, gesteht er: „Mich würde interessieren, wie es dort im nächsten halben oder dreiviertel Jahr weitergeht“, sorgt er sich um steigende Energiekosten und vor allem um die Gasversorgung. Der Kreis habe vorsorglich bereits alle Landwirte angeschrieben und abgefragt, ob die Höfe über Notstromaggregate verfügten. Als Schweinehalter verfüge er seit mehr als 30 Jahren über solche Geräte. Doch andere Höfe hätten diese Aggregate nicht, weiß der Landwirt. „Wenn dann der Strom ausfällt und die Kühe gemolken werden müssen, haben Sie ein Problem.“

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