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Einzelhändler ziehen nach einer Woche Lockerungen Bilanz

Großer Aufwand für geringen Ertrag

Lengerich

Endlich ein neues Frühlingskleid, ein Paar Sportschuhe fürs Kind oder ein Ladekabel für das Smartphone – seit Montag vergangener Woche kann auch in Lengerich wieder vor Ort eingekauft werden. Allerdings zum Teil nur nach Terminvereinbarung und dann sollte man sich mit dem Einkauf beeilen, denn nach 15 Minuten muss man den Laden wieder verlassen.

gpg

her überschaubar war in der vergangenen Woche der Andrang auf die Geschäfte in Lengericher Fußgängerzone. Länger als 15 Minuten durften Kunden nicht in einem Geschäft verweilen. Foto: Gernot Gierschner

Einzelhändler, wie Schuh- oder Modegeschäfte, Juweliere und Elektro-Fachmärkte, die bisher ihre Läden geschlossen halten mussten, dürfen seit Montag wieder Kunden begrüßen. Nach dem Prinzip „Call and Meet“ muss aber vor dem Besuch ein Termin vereinbart werden. Welche Bilanz ziehen Einzelhändler und Kunden in Lengerich nach einer Woche?

Von der Öffnung mit Terminvergabe versprach sich die Bundesregierung eine Unterstützung des gebeutelten Einzelhandels, aber das nicht repräsentative Ergebnis unserer Stichprobe scheint ernüchternd: Von vielen Kunden wird das Konzept nicht angenommen.

Händler, die bereits komplett wieder öffnen durften, meldeten hohes Kundeninteresse, aber keinen Ansturm. Einige Ladenlokale blieben am Samstagmorgen sogar dunkel, in mehreren Geschäften sah man nur vereinzelte Kunden. Natürlich kann dazu auch das stürmische, regnerische Wetter beigetragen haben, aber die Verkäuferin in einem Schuhhaus, bestätigte, dass der Trend schon die ganze Woche anhielte. „Vielen ist es lästig, vorher einen Termin zu buchen, auch diskutieren wir immer wieder mit Kunden, die nicht bereit sind, ihre persönlichen Daten zu hinterlegen. Betriebswirtschaftlich macht das alles keinen Sinn.“

In einem kleinen Bekleidungsgeschäft ein ganz anderes Bild, dort ist man mit dem Start zufrieden, sogar sehr zufrieden. Auch die Terminvergabe sei kein Problem, einfach an der Eingangstür fragen, einen kurzen Moment warten und dann shoppen.

Unter den befragten Kunden gehen die Meinungen weit auseinander, sie reichen von Euphorie bis zu Desinteresse. Eine Kundin gibt zu, es zu genießen, von einem Geschäft zum nächsten zu schlendern: „Und das alles ohne Gedränge.“

Viele hasten kommentarlos am Reporter vorüber und auch an einigen Einzelhändlern, die über ihre Situation keine Auskunft geben möchten, scheint der Lockdown nicht spurlos vorübergegangen zu sein. Allgemein ist die Stimmung aber tendenziell optimistisch, wenn auch mit angezogener Handbremse: Man begrüßt die vorsichtige Lockerung, aber bei jedem Gespräch schwingt die Angst davor mit, was passiert, wenn die Infektionszahlen wieder merklich ansteigen. Im Moment lohnt sich der Besuch der Innenstadt, locken doch viele Geschäfte zusätzlich mit Rabatten von bis zu 50 Prozent.Worauf der Kunde aber achten sollte, sind die Öffnungszeiten, die zum Teil deutlich von denen vor der Corona-Pandemie abweichen.

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