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Trockener April bereitet Versorgungsverband kein Kopfzerbrechen

Grundwasser-Niveau ist okay

Lengerich

Die Böden sind staubtrocken, bis in eine Tiefe von rund 20 Zentimetern. Ist die Versorgung mit Trinkwasser in Gefahr? Johann Knipper beruhigt. Das Grundwasser sei auf einem guten Niveau, sagt der Geschäftsführer des Wasserversorgungsverbands Tecklenburger Land. Dafür hätten die vielen Niederschläge zwischen September/Oktober und März gesorgt, erläutert er im Gespräch mit den WN.

Michael Baar

Das Wasserwerk Brochterbeck des Wasserversorgungsverbands Tecklenburger Land. Auch wenn der Grundwasserspiegel gut ist, an der Erdoberfläche ist die oberste Schicht staubtrocken, mit entsprechenden Folgen (Bild links), unter anderem für die Landwirtschaft. Foto: privat/dpa

Launischer April? Von wegen! Dieser Monat zeigt sich von seiner sonnigen Seite und entsprechend trocken. Niederschläge hat es fast gar keine gegeben. Anlass zur Sorge, weil Wasser knapp werden könnte? Johann Knipper verneint das. „Wir haben im Moment ein gutes Grundwasser-Niveau“, sagt der Geschäftsführer des Wasserversorgungsverbands Tecklenburger Land (WTL) im Telefongespräch mit den Westfälischen Nachrichten.

Die Hitzesommer 2018 mit entsprechend geringen Niederschlägen und auch der Sommer des vergangenen Jahres haben wenig Regen gebracht. Dass dennoch der Grundwasserspiegel kein Kopfzerbrechen bereitet, führt er auf den Zeitraum September/Oktober 2019 bis März 2020 zurück. „Da hat es gefühlt ja fast durchgehend geregnet“, berichtet er.

Viel Niederschlag von Oktober bis März

Zwar dauere es ein paar Monate, bis Niederschläge, die auf die Erdoberfläche fallen, im Grundwasser ankommen. Aber dieser Zeitraum habe dafür gesorgt, dass die Lage entspannt sei. Tief unter der Erde, wohlgemerkt. „An der Oberfläche bietet sich ein anderes Bild“, verweist Johann Knipper auf die Auswirkungen von Sonne und Wind. „Ich habe mit Landwirten gesprochen, die mir gesagt haben, dass der Boden in Tiefen unter 20 Zentimetern durchaus noch feucht sei.“ Aber die oberste Schicht sei staubtrocken.

Zugenommen habe in den vergangenen Wochen der Verbrauch, insbesondere an Wochenenden. Was den WTL-Geschäftsführer nicht überrascht, höchstens vom Zeitpunkt her. „Sonst ist das im Mai so gewesen“, erzählt er. Wenn die Leute Rasen säen und Pflanzen setzen, steige der Wasserverbrauch an. Jetzt sei das schon im April der Fall. Auch für ihn ein Zeichen für den Klimawandel.

Johann Knipper, Geschäftsführer Wasserversorgungsverband Tecklenburger Land

Insgesamt ist der Verbrauch „sehr konstant“, betont er. Daran habe auch die Corona-Pandemie mit mehr Menschen, die im Homeoffice arbeiten, nichts geändert. „Auch die Empfehlung zum häufigen gründlichen Händewaschen schlägt sich in unseren Verbrauchszahlen nicht nieder“, stellt er fest.

Versorgung für 166 500 Menschen

Der Wasserversorgungsverband

Am Beispiel des Wasserwerks in Brochterbeck beschreibt Johann Knipper die Größenordnung des zu den Wochenenden hin steigenden Verbrauchs. Normalerweise liege die Fördermenge dort zwischen 10 000 und 12 000 Kubikmeter pro Tag. „Zum Wochenende hin steigt dieser Wert auf bis zu 14 000 Kubikmeter.“

Selbst wenn die sonnige Wetterlage noch Wochen anhalten würde: „Wie schon gesagt, bis sich das, was oben fällt oder eben nicht, unten im Grundwasser auswirkt, vergehen Monate“, sieht der WTL-Geschäftsführer keinen Grund, den gewohnten Umgang mit Wasser einzuschränken.

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