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Keine Bewährung für 22-jährigen Schläger

Haftstrafe trotz Verschwörungstheorie

Lengerich/Münster

Die Verbüßung einer Haftstrafe konnte den Angeklagten offenkundig wohl nicht beeindrucken. Nur ein halbes Jahr nach seiner Haftentlassung wurde der 22-Jährige aus Lengerich erneut straffällig. Und das hat Folgen.

Hans-Erwin Ewald

Dabei war der Anlass für die Tat ziemlich profan und hätte wohl auf anderem Weg geklärt werden können: Die Ex-Freundin des Angeklagten war von einem anderen Mann „angebaggert“ worden. Der hatte sich ein Treffen erhofft, wozu es aber nicht kam. Denn gemeinsam waren die Ex des Angeklagten und ihre Freundin übereingekommen, den späteren Geschädigten in eine Falle zu locken. Als der 20-Jährige am Treffpunkt in Lengerich erschienen war, wurde er unmittelbar vom Angeklagten tätlich angegriffen und dabei nicht unerheblich verletzt.

Ob der Mann nur erschreckt oder verprügelt werden sollte, blieb offen. Das Amtsgericht in Tecklenburg als Vorinstanz erkannte in der Tathandlung auf vorsätzliche Körperverletzung und verurteilte den Angeklagten im Februar dieses Jahres zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten.

Und die wird der Mann jetzt wohl absitzen müssen. In der von ihm angestrebten Berufungsverhandlung, in der es nur noch um das Ziel einer Strafaussetzung zur Bewährung ging, hatte der 22-Jährige keinen Erfolg.

Dabei hatte der Verteidiger vor dem Landgericht alles versucht, um seinen Mandanten vor einer erneuten Haftverbüßung zu bewahren. Es sei keine Sternstunde des Angeklagten gewesen. Und was ihn zu der Tat geritten habe? Aus seiner Sicht hatten die Damen die Situation eingefädelt, damit alles so kommt wie geschehen. Ihre Rechnung sei damit aufgegangen. Sie hätten ihn absichtlich in diese Situation gelockt.

Nach Abwägung des Für und Wider und nach einer Zwischenberatung kam das Gericht zu dem Ergebnis, das die Karten des Angeklagten auf eine Bewährungsstrafe schlecht stehen. Daraufhin zog der Angeklagte nach kurzer Beratung mit seinem Verteidiger die Berufung zurück.

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