Grundwasserstände nach Dürre-Sommer teilweise erholt

Hat‘s jetzt genug geregnet?

Tecklenburger Land

Gefühlt hat es in den vergangenen Wochen viel geregnet. Sind damit die Defizite des Hitze-Sommers 2019 ausgeglichen? Wir haben beim Wasserversorgungsverband Tecklenburger Land (WTL) nachgehakt.

Linda Braunschweig

Die gute Nachricht: 2019 hat es deutlich mehr geregnet als in 2018 – 791 Millimeter Niederschlag im Mittel. 2018 waren es 617 Millimeter, 2017 835 und 2016 763. Gemessen wurden die Niederschlagsmengen an den Wetterstationen, die der WTL an seinen fünf Wasserwerken in Brochterbeck, Dörenthe, Lehen, Lengerich und am Schollbruch betreibt.

Wobei die Wetterstation in Lengerich im März und August 2019 außer Betrieb war und somit die Zahlen nicht ganz eins zu eins verglichen werden können.

Wie Johann Knipper, Geschäftsführer des WTL, erklärt, fiel der meiste Regen im vergangenen Jahr in den Monaten September bis November. Und: In diesen drei Monaten fiel im Tecklenburger Land deutlich mehr Regen als in den Vergleichsmonaten im Jahr 2018. „Allerdings war auch das Jahr 2019 geprägt durch einen lang anhaltenden Sommer mit hohen Temperaturen und zu geringen Niederschlägen in den Sommermonaten“, sagt Knipper.

Beides hat auch Auswirkungen auf das Grundwasser. An Messstellen in den Wassergewinnungsgebieten des WTL in Brochterbeck, Dörenthe und Lengerich, die von der Wasserförderung nicht oder kaum beeinflusst werden, zeigt sich, „dass sich durch die ergiebigen Niederschläge in den letzten vier Monaten des Jahres 2019 die Grundwasserstände wieder einigermaßen erholt haben“.

Allerdings sei auch erkennbar, dass insgesamt der Grundwasserspiegel seit 2014 unabhängig von der Wasserförderung gesunken ist, um durchschnittlich 20 bis 30 Zentimeter an den Messstellen, die von den WTL-Brunnen weiter entfernt liegen.

An den brunnennahen Messstellen sei der Grundwasserspiegel teilweise gestiegen. Das liegt jedoch nicht an der Niederschlagsmenge, sondern daran, dass dort weniger Wasser gefördert wurde, erklärt Knipper. Grund für den Rückgang der Förderung war die geringere Lieferung an das Bergwerk der RAG.

„Allerdings“, sagt Knipper, „ist es nach Aussagen von Landwirten wohl so, dass trotz der Niederschläge im Herbst 2019 der Boden noch nicht wieder gänzlich durchfeuchtet wurde. Es wäre daher wünschenswert, wenn es auch in den kommenden zwei bis drei Monaten noch ausgiebig und zudem auch in den Sommermonaten wiederholt regnen würde.“ Für die Landwirte wünschenswert sind Niederschläge vor allem im April, Mai und Juni, wenn die Pflanzen in der Wachstumsphase sind.

Ein Wunsch, den Dr. Georg Berkemeier, Revierförster in Ibbenbüren, nur bekräftigen kann. „Oberflächlich ist der Boden durchfeuchtet, aber in den tieferen Schichten, ab etwa 50 Zentimeter, ist noch Trockenheit zu erwarten“, erklärt Dr. Georg Berkemeier. „Für die im Sommer an Trockenheit abgestorbenen Bäume kommt der Regen leider auch zu spät. Für junge Bäume, die wir in der letzten Woche zum Beispiel an der Almhütte gepflanzt haben, ist der Regen optimal. Ein Mischwald wächst jetzt dort, wo Borkenkäfer von Trockenheit geschwächte Fichten zum Absterben brachten.“

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