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WGL zu den Bund-Länder-Beschlüssen

Hoffnung in einer sehr kritischen Lage?

Lengerich

Neun Stunden lang haben Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten über die neuen Corona-Regelungen beraten. Unter anderem ist der Einzelhandel betroffen. Bei der Werbegemeinschaft Lengerich hofft man, dass die Geschäfte in der Stadt am Montag wieder öffnen können – und das nicht nur fürs sogenannte Terminshopping.

Paul Meyer zu Brickwedde

Können bald wieder die Kassen in allen Geschäften in der Innenstadt klingeln? Foto: Daniel Reinhardt

Was bedeuten die neuen Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern für die Lengericher Geschäftswelt? Am Donnerstagvormittag war noch nicht sicher, ob und in welcher Form am kommenden Montag der Einzelhandel in der Stadt wieder öffnen kann. Doch Heike Denter von der Werbegemeinschaft (WGL) setzte da schon darauf, dass die im „Öffnungsschritt 3“ für einen Inzidenzwert unter 50 genannten Regelungen im gesamten Kreis und damit auch in Lengerich zum Tragen kommen.

Als Voraussetzung dafür gilt eine „stabile 7-Tage-Inzidenz unter 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner“, wie in dem Beschluss zu lesen ist. Das gelte für ein Land oder eine Region. Im Kreis Steinfurt lag der Wert am Donnerstag bei 39,5, seit fast vier Wochen hat er die 50er-Marke nicht mehr überschritten. Allerdings machte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Donnerstag noch keine klare Aussage dazu, ob die Situation in den Kreisen und kreisfreien Städte jeweils für sich betrachtet wird oder aber die NRW-Inzidenz entscheidend ist, die am Donnerstag mit 62,8 angegeben wurde.

Angesichts der existenzbedrohenden Lage für die Geschäftswelt seien die Beschlüsse, so denn „Öffnungsschritt 3“/Inzidenz unter 50 in Lengerich kommt, ein Signal, „das Hoffnung macht“, kommentierte Denter die Ergebnisse. Mit Blick auf die Pandemie-Entwicklung in Deutschland sei wohl nicht mehr zu erwarten gewesen. Allerdings sieht die WGL-Geschäftsführerin bei der Politik auf Bundes- und Landesebene auch Versäumnisse bei der Corona-Bekämpfung. Beispielhaft nennt sie die Impfstoffbeschaffung. In der Konsequenz habe auch das zu den seit Monaten andauernden Einschränkungen beigetragen.

Wie kritisch die Situation aus ihrer Sicht inzwischen ist, macht sie mit klaren Worten deutlich: „Ich kenne keinen Einzelhändler, dem das Wasser nicht bis zum Hals steht.“ Denter appelliert an die Lengericher, die heimische Geschäftswelt nach Kräften zu unterstützen. So oder so müsse ohnehin bereits mit der Schließung des ein oder anderen Ladens gerechnet werden.

Und wenn es mit den beschriebenen Öffnungen nicht klappt? „Öffnungsschritt 3“ sieht bei einer stabilen oder sinkenden 7-Tage-Inzidenz von unter 100 ebenfalls Erleichterungen vor. Von Terminshopping ist die Rede, „wobei eine Kundin oder ein Kunde pro angefangene 40 Quadratmeter Verkaufsfläche nach vorheriger Terminbuchung für einen fest begrenzten Zeitraum mit Dokumentation für die Kontaktnachverfolgung im Geschäft zugelassen werden kann“. Eine Möglichkeit, macht Denter deutlich, die den Geschäftsleuten in Lengerich nur wenig helfen würde.

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