Ruben Schulze Eckel wird Notfallsanitäter

Im Team anderen helfen

Lengerich

„Es ist ein spannender, vielfältiger Beruf.“ Für Ruben Schulze Eckel steht außer Frage, dass er auf dem richtigen Weg ist. Am 1. September beginnt er eine Ausbildung zum Notfallsanitäter in der Rettungswache Lengerich. Für den 28-Jährigen kein unbekanntes Terrain: Seit zwei Jahren arbeitet er dort schon als Rettungssanitäter.

Michael Baar

Als Fahrer wird Ruben Schule Eckel den Rettungswagen zu den Einsatzorten steuern. Foto: Michael Baar

Für den Ladberger ist das der nächste, logische Schritt. „Als Notfallsanitäter darf man mehr machen“, sagt er und nennt Beispiele: dem Notarzt zuarbeiten, gewisse Medikamente verabreichen, Kanülen legen. „Man ist viel tiefer in der Materie, und es ist die höchste, nicht ärztliche medizinische Ausbildung.“

Dabei hat er nach Abschluss der Schule noch keinen Gedanken an diesen Berufsweg verschwendet. Nach dem Fachabitur hat er Agrar­wirtschaft studiert, danach auf einem Hof gearbeitet. „Das hat Spaß gemacht“, blickt Ruben Schulze Eckel zurück. Allein die Rahmenbedingungen seien immer schwieriger geworden.

Als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Ladbergen hat er damals schon Kontakt zum Rettungsdienst. „Das fand ich sehr interessant, und dann habe ich den Schritt dorthin gemacht“, erzählt er im Gespräch mit den WN. Es folgt die Ausbildung zum Rettungssanitäter – die aus eigener Tasche bezahlt werden muss. Rund 1500 Euro kostet die.

An seinen ersten Einsatz erinnert er sich und muss unwillkürlich schmunzeln: „Das war im Praktikum. Eine kollabierte Person war gemeldet worden. Als wir vor Ort ankamen, war niemand da. Wir haben dann etwas gesucht und die Person dann entdeckt. Der ging es zum Glück schon wieder besser.“

Seitdem sind viele Einsätze gefolgt, bei denen es nicht so glimpflich abgelaufen ist. Gerade bei Unfällen bietet sich den Rettungskräften kein schönes Bild. „Da muss man seine Gefühle ausblenden“, beschreibt er sein Vorgehen. Auf die Hilfsmaßnahmen konzentrieren und gezielt arbeiten. „Im Team“, das ist ihm wichtig.

Erst im Nachhinein, zurück auf der Wache, bleibe Zeit, mit den Kolleginnen und Kollegen den Einsatz zu reflektieren. „Das ist hilfreich“, weiß er aus der täglichen Praxis.

Nach der dreijährigen Ausbildung will Ruben Schulze Eckel in der Rettungswache Lengerich bleiben. „Für mich ist es wichtig, die Leute zu kennen, im Team zurecht zu kommen, da man gemeinsam arbeitet, und das muss passen.“ Geld, das versichert er glaubhaft, stehe für ihn nicht an erster Stelle. Notfallsanitäter sind gesucht und können sich ihren Arbeitsplatz aussuchen. „Die Zusammenarbeit im Team ist mir wichtiger als ein paar Euro mehr“, bekräftigt der 28-Jährige.

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