Coronavirus: Schulen halten an Skifreizeiten fest

In den Schnee nach Südtirol

Lengerich

Im Vorfeld ist über das Thema gesprochen und informiert worden: Sollen die Skifreizeiten in Südtirol trotz Coronavirus stattfinden? Sowohl das Hannah-Arendt-Gymnasium wie auch die Bodelschwingh-Realschule haben diese Frage mit „Ja“ beantwortet.

Paul Meyer zu Brickwedde

Das Coronavirus (kleines Foto) hinterlässt auch in Südtirol Spuren. Zwar gilt die Region aktuell nicht als Risikogebiet, und damit auch nicht das Ahrntal (großes Foto), wo derzeit Schüler des HAG sind. Doch offenbar überdenken einige Touristen, ob sie ihre Reise dorthin antreten sollen. Denn Italien ist in Europa das mit Abstand am stärksten betroffene Land. Bis gestern Mittag waren dort 2036 Infizierte bestätigt, 52 von ihnen sind gestorben. Foto: IDM Südtirol/Filippo Galluzzi, AFP

Sollen die geplanten Skifreizeiten in Südtirol stattfinden oder wegen des Coronavirus ausfallen? Diese Frage musste in der vergangenen Woche sowohl am Hannah-Arendt-Gymnasium als auch an der Bodelschwingh-Realschule beantwortet werden. In beiden Fällen entschied man sich, die Fahrten am Freitag anzutreten. Allerdings haben an der Realschule nach Auskunft von Schulleiter Andreas Pasche die Eltern von fünf Schülern die Teilnahme kurzfristig mit Verweis auf den Coronavirus abgesagt

Fünf Realschul-Eltern haben die Teilnahme ihres Kindes abgesagt

Anders am HAG. Dort hätten sich die Jugendlichen der Jahrgangsstufe EF (Klasse 10) und das Betreuerteam in voller Zahl auf den Weg nach St. Johann im Ahrntal gemacht, berichtet der kommissarische Schulleiter Ulrich Gerling-Goedert. In den Tagen zuvor sei ausführlich über das Thema diskutiert worden – im Kollegium und mit den Schülern. Zudem seien „natürlich“ auch die Eltern informiert worden.

Ulrich Gerling-Goedert, kommissarischer Leiter des HAG

Auf der Internetseite des Gymnasiums heißt es in einer Stellungnahme, die am Dienstag vergangener Woche online gestellt wurde: „Fahrtleitung und Schulleitung stehen in ständigem Kontakt mit dem Auswärtigen Amt, dem italienischen Konsulat und der Gemeinde St. Johann im Ahrntal. Alle drei Stellen gehen zurzeit davon aus, dass unsere Fahrt ohne Gefahr durchzuführen ist. Das Ahrntal ist bisher nicht betroffen, auch stellen nach Informationen dieser Stellen die Medien die Lage als deutlich brisanter dar, als sie ist. Sollte sich eine akute Gefahr für Leib und Leben ergeben, erlässt die italienische Regierung eine Einreisesperre und das Auswärtige Amt eine Reisewarnung, dies ist ab

Handdesinfektionsgeräte in jedem Zimmer

er akut nicht der Fall und nach den uns vorliegenden Informationen auch nicht geplant.“ Weiter wird mitgeteilt, dass auf den Besuch einer öffentlichen Skishow verzichtet werde und in allen Zimmer Handdesinfektionsgeräte zur Verfügung stehen sowie Hygieneregeln aushängen.

Die besorgten Eltern zweier Schüler, die sich noch am Freitag in der Schule gemeldet hätten, seien nach einem Gespräch ebenfalls einverstanden gewesen, dass ihre Kinder an der Skifreizeit teilnehmen, so Gerling-Goedert. Wie bei jeder Fahrt habe die Schule Kontakt zur Reisegruppe. Der Zwischenstand am Montag: alles bestens.

Einschränkungen bei der Feuerwehr

Die Freiwillige Feuerwehr Lengerich wird den Verfahrensempfehlungen, die von Kreisverwaltung und Kreisbrandmeister Raphael-Ralph Meier an alle Feuerwehren im Kreis verschickt worden sind, Folge leisten. Das kündigte am Dienstag der Leiter der Wehr, Thorsten Budzinski, an. Somit muss die ursprünglich für Freitag, 20. März, geplante Jahreshauptversammlung verschoben werden. Hintergrund für die Maßnahme ist die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland. Um zu vermeiden, dass davon auch Feuerwehren betroffen werden, soll auf weitere Termine wie Übungsdienste vorerst verzichtet werden. Thorsten Budzinski sagte gegenüber den WN, dass bereits am Montagabend eines der regelmäßigen Treffen vorzeitig beendet worden sei, nachdem man zuvor kurz über die aktuelle Entwicklung informiert habe. Der Feuerwehrchef betonte ausdrücklich, dass bei Einsätzen alles „uneingeschränkt“ weiterlaufe wie bisher. Kreis Steinfurt

Gleiches gelte für die Schüler und Lehrer der Bodelschwingh-Realschule, sagt Andreas Pasche. Die 34 Jugendlichen der zehnten Klassen, die im Ort Natz ihre Unterkunft haben, seien wohlauf. Ohnehin sei es bei solchen Unternehmungen so, dass der Kontakt zu anderen Personen begrenzt sei. Nun komme noch hinzu, dass aufgrund der Coronavirus-Thematik einige Gäste ihre Reise nach Südtirol nicht angetreten haben. Eine Botschaft, die an den Schulleiter übermittelt wurde, lautete: Pisten und Unterkünfte sind vergleichsweise leer.

Startseite