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Distriktkonferenz der Rotarier in der Gempt-Halle

In Krisenzeiten besonders gefragt

Lengerich

Der Rotary Club hat sich zur Distriktkonferenz in der Gempt-Halle getroffen. Es ging um die vergangenen zwei Jahre als auch um die Zukunft.

Ämterwechsel bei den Rotariern (v.l.) Dr. Götz Kröner, Dr. Bettina des Hesselle, Hermann Lührmann, Dr. Willi Witt. Foto: Rotary Club Tecklenburger Land

Das rotarische Jahr endet am 30. Juni und damit findet routinemäßig der Ämterwechsel statt. Hermann Lührmann, Präsident des Rotary Clubs Tecklenburger Land, überreichte nun die Amtskette an seine Nachfolgerin Dr. Bettina de Hesselle. Dr. Willi Witt, Mitglied im Rotary Club Tecklenburger Land und Governor des Distriktes 1870, übergab seinen Staffelstab nach zwei Jahren Amtszeit während einer Distriktkonferenz in der Gempt-Halle an Dr. Alexander Schröder-Frerkes, vom Rotary Club Düsseldorf-Pempelfort. Damit sei sowohl im Club als auch im Distrikt die Kontinuität gewährleistet, heißt es in einer Pressemitteilung.

Rotary International ist eine weltweite Vereinigung berufstätiger Männer und Frauen. Von seinen Mitgliedern werden besondere berufliche Leistungen, persönliche Integrität, eine weltoffene Einstellung sowie die Bereitschaft zu gemeinnützigem Engagement erwartet. Toleranz gegenüber allen Völkern, Religionen, Lebensweisen und demokratischen Parteien ist für Rotarier oberstes Gebot. Rotary vereint Persönlichkeiten aus allen Kontinenten, Kulturen und Berufen, um weltweit Dienst an der Gemeinschaft zu leisten und um zu einer besseren weltweiten Verständigung beizutragen.

Viele Spenden

Der Distrikt 1870, der sich von Tecklenburg bis Grevenbroich erstreckt, repräsentiert 81 Rotary Clubs mit 4550 rotarischen Mitgliedern. Der Governor koordiniert und unterstützt mit seinem Distriktteam die Clubs im Distrikt. Eine wesentliche Aufgabe des Governor ist zu inspirieren, emotionalisieren und sensibilisieren damit die rotarischen Freundinnen und Freunde sich selbst für ihre Aufgaben motivieren können.

Präsident Hermann Lührmann und Willi Witt hielten beide in ihren Veranstaltungen Rückblick auf das Geleistete. Die vergangenen zwei Jahre seien besonders durch Corona, die Flutkatastrophe im Ahrtal und den Angriff der russischen Armee auf die Ukraine geprägt. Die Clubs und deren rotarische Mitglieder seien in dieser schwierigen Zeit besonders gefragt. Großes finanzielles und persönliches Engagement habe dazu beigetragen, Leid zu lindern und vielen Menschen zu helfen, ganz nach dem rotarischen Motto „Engagieren – Leben verändern“. So konnte der RC Tecklenburger Land nach eigenen Angaben für die direkte Hilfe in der Ukraine und für die Flüchtlinge vor Ort circa 100.000 Euro in Form von Geld- und Sachspenden sowie durch persönlichen Einsatz zur Verfügung stellen.

Einsetzen für den Frieden

Anja Karliczek, frühere Bundesministerin für Bildung und Forschung im Kabinett Merkel und Mitglied RC Tecklenburger Land, berichtete während der Distriktkonferenz aus den Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und Grünen in Düsseldorf und ging auf die aktuelle weltpolitische Lage ein.

Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe schlug in seiner Rede einen großen Bogen vom Westfälischen Frieden bis zum Krieg in der Ukraine. In Osnabrück und Münster sei mit den fünf Jahre dauernden Verhandlungen die Basis gelegt worden, Friedenslösungen im Dialog zu finden. Ein Prinzip (Westphalian Peace), das Politiker wie Henry Kissinger oder Frank-Walter Steinmeier weiterverfolgt hätten. Im Kern gehe es darum, die Würde des anderen zu achten und sich in die Lage des Gesprächspartners hineinzuversetzen. Ein Prinzip, dass Markus Lewe, selbst auch Rotarier, bei Rotary ebenfalls verankert sieht.

Engagiert auf der ganzen Welt

Willi Witts Engagement in Sachen Agroforestry soll auch im kommenden rotarischen Jahr fortgesetzt werden. Was sich hinter Agroforestry verbirgt, hatte zuvor Franziska Kaguembèga-Müller den Rotariern und den rotarischen Gästen berichtet. Seit 2003 engagiert sich die Schweizerin in Burkina Faso, einem der ärmsten Länder der Welt. Aus drei Mitstreitern sind 70 geworden und sie konnte ihre Erfolge vorstellen, wie man mit kleinen Maßnahmen und Anleitung zur Selbsthilfe auch auf kargen Steinböden erfolgreich und nachhaltig arbeiten kann. Gut 60.000 Euro hat Willi Witt mit Hilfe von 30 Clubs bereits für das Projekt generiert; als Start wurde bereits ein Global-Grant über 50.000 Euro umgesetzt. „Es lohnt sich, weiterzumachen und mehr als nur ein Projekt anzuregen“, warb Witt für die Fortsetzung.

Für den musikalischen Rahmen sorgten Eicke von der Leyen und Ralf Junghöfer, RC Tecklenburger Land, mit einer Performance.

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