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Stadt investiert in die Offenen Ganztagsgrundschulen

Jedem Kind ist ein Platz sicher

Lengerich

Die Qualitätsstandards in der Offenen Ganztagsgrundschule werden angehoben. Dafür hat sich der Schulausschuss ausgesprochen. Unter anderem wird die Betreuung deutlich aufgestockt.

Michael Baar

Blick auf die Offene Ganztagsgrundschule (OGS) in der Grundschule Intrup. Foto: Michael Baar

In der Organisation der Offenen Ganztagsgrundschule (OGS) wird sich einiges ändern. Ab dem neuen Schuljahr werden Gruppen mit 25 Kindern an den vier Grundschulen eingerichtet. Nach übereinstimmender Aussage von Schulplaner Dr. Detlef Garbe und Fachdienstleiter Jörg Hesselmann werden die vorgesehenen Gruppenzahlen für das nächste Schuljahr an den vier Standorten ausreichen. Erstmals einbezogen in die Qualitätsstandards wird die Verlässliche Schulzeit.

Schulplaner Dr. Detlef Garbe

Der Schulplaner geht davon aus, „dass ein Rechtsanspruch auf Ganztag kommen wird“. Deshalb sei ein pädagogisches Konzept für jede Grundschule, ausgearbeitet in Kooperation mit dem offenen Ganztag, unerlässlich. Eine wesentliche Änderung in den überarbeiteten Standards: „Sie müssen in OGS-Gruppen denken, nicht in Schülerzahlen.“ Mit 25 Kindern sei eine Gruppe voll, ein Aufnahmestopp unerlässlich. Letzterer könnte nur in begründeten Härtefällen für maximal zwei Kinder aufgeweicht werden, fügt Detlef Garbe hinzu.

Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf – in den Grundschulen des gemeinsamen Lernens Hohne und Stadt – werden bei der Ermittlung der Gruppengröße doppelt gezählt. Mit einem Wert von 1,5 gehen Kinder in die Gruppen ein, die wegen fehlender Deutsch-Kenntnisse als „Kinder in der Erstförderung“ eingestuft werden. Eine Regelung, der der Schulausschuss am Dienstagabend zugestimmt hat.

Maximal 25 Kinder in einer OGS-Gruppe

Bei den Aufnahmekriterien wird den Eltern ein Fragenkatalog vorgelegt. Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Integration und ein möglicherweise vorhandener Platz auf einer Warteliste seien die wichtigsten Kriterien, erläutert Detlef Garbe. Erst ab 15 weiteren verbindlichen Anmeldungen soll eine weitere Gruppe eingerichtet werden. Gegen diese Planung regt sich Widerstand im Ausschuss. „Wir wollen Platz für jedes Kind“, stellt Andreas Kuhn fest. Eine Härtefall-Regelung hält der SPD-Fraktionsvorsitzende „für den falschen Ansatz“.

Verlässliche Schulzeit

Die Verlässliche Schulzeit stellt die Betreuung der Kinder von 7.30 bis 8.05 Uhr sowie bis zum Ende der sechsten Unterrichtsstunde und Abfahrt des Schulbusses an Grundschulen sicher.

Sein CDU-Kollege Klaus Reiher plädiert ebenfalls für eine Absenkung der 15er-Grenze. Unerlässlich ist es aus seiner Sicht, „die Eltern mit ins Boot zu holen und Verständnis für die Regelungen zu wecken“. Für das Schuljahr 2020/2021 sehen Planer und Verwaltung keinen Handlungsbedarf bezüglich zusätzlicher Gruppen. „Jedem Kind ist ein Platz fürs nächste Schuljahr sicher“, verspricht Detlef Garbe unter zustimmendem Nicken von Jörg Hesselmann.

Fachdienstleiter Jörg Hesselmann

Zweiter Punkt, in dem die Ausschussmitglieder Nachbesserungsbedarf sehen, ist die Vertretungsregelung. Im Konzept ist vorgesehen, dass am jeweiligen Standort bis zu fünf Ausfalltage eines Mitglieds des pädagogischen Betreuungspersonals in der OGS intern kompensiert werden soll. „Das sollte schon nach drei Tagen greifen“, findet Hartmut Grünagel. Der Christdemokrat spricht sich zudem für einen Vertretungspool aus, um bei Ausfällen reagieren zu können.

Zwei qualifizierte Kräfte für jede Gruppe

Im neuen Konzept gibt es in jeder OGS eine Teamleitung, die zugleich auch eine Gruppe leitet. Jede Gruppe (Regelgröße 25 Kinder) wird von einer Leitungs- und einer Ergänzungskraft betreut.

„Einen Vertretungspool zu haben, wird nicht einfach“, stellt Ludger Dierkes fest. Der Fachdienstleiter Zentrale Dienste und Ordnung verweist auf die sechs Fachkräfte mehr, die durch die Anhebung der Standards in den OGS eingesetzt werden. „Wir bieten dann rund 40 Prozent mehr Betreuungszeit an.“ Bei Ausfall einer Kraft könnte das kompensiert werden, bei zwei Ausfällen „muss was kommen“, verspricht er, in einem solchen Fall an einem Standort „sofort eine Vertretung zu suchen“. Das gelte auch für die Küchenkräfte, fügt er hinzu.

Letztlich billigt der Schulausschuss die geänderten Qualitätsstandards. Für zunächst ein Jahr. Dann soll turnusgemäß evaluiert werden, wie es gelaufen ist und welche Reaktionen daraus für das nächste Schuljahr erforderlich sind.

Kommentar

Gute EntscheidungQualität hat ihren Preis. Dieser Spruch aus der Werbung trifft auf die Standards zu, die die Stadt für die Offenen Ganztagsgrundschulen umsetzen will. Gut 180 Stunden mehr Betreuung für die Kinder entsprechen im Durchschnitt der vier Grundschulen einem Plus von 40 Prozent.

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