1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Lengerich
  6. >
  7. Jeden Tag ein anderer Jahrgang

  8. >

Am Montag läuft der Präsenzunterricht an den Grundschulen wieder an

Jeden Tag ein anderer Jahrgang

Lengerich

Nach über sieben Wochen Zwangspause haben die Viertklässler am Donnerstag erstmals wieder die Schule besucht. Ab Montag werden an den Grundschulen auch die anderen drei Jahrgänge wieder unterrichtet. Nicht alle an einem Tag, sondern in einem rollierenden System jeden Tag eine andere Jahrgangsstufe.

Michael Baar

Ein Tisch pro Schüler, entsprechender Abstand zum Sitznachbarn – an der Grundschule Stadtfeldmark ist der Unterricht gestern mit den Viertklässlern wieder angelaufen. Foto: mba

Freudige Gesichter bei allen Beteiligten, Eltern, Kindern und Kollegium. So beschreibt Ulrike Dittmer die Szenen am Donnerstagmorgen an der Grundschule Stadtfeldmark. Nach über sieben Wochen Corona-Zwangspause hat für die Viertklässler der Unterricht wieder begonnen. Ab Montag folgen nach und nach die anderen Jahrgänge.

„Die beiden vierten Klassen sind jeweils in zwei Gruppen eingeteilt worden“, beschreibt die Rektorin, wie der Neustart umgesetzt worden ist. Natürlich unter Beachtung der Hygienevorschriften, was beispielsweise das Tragen von Mund-Nasen-Masken vorschreibt, wenn die Mädchen und Jungen sich in den Fluren oder auf dem Schulhof bewegen. „Am Platz in der Klasse dürfen die Masken abgesetzt werden“, erläutert sie im Gespräch mit den WN.

Ulrike Dittmer, Rektorin Grundschule Stadtfeldmark

Die Unterrichtsräume sind entsprechend hergerichtet worden. Jeder Schüler hat einen eigenen Tisch, der in entsprechendem Abstand zum Platz des Nachbarn steht. „Partner- oder Gruppenarbeit ist nicht möglich“, verweist Ulrike Dittmer auf eine weitere Vorgabe, bedingt durch die Corona-Pandemie. Derzeit sei nur Frontalunterricht möglich – so wie er vor Jahrzehnten Standard gewesen ist.

Ab Montag, 11. Mai, wird dann ein rollierendes System an den Grundschulen eingeführt. „Das haben wir unter den Schulleitungen so abgesprochen“, erläutert sie. Das heißt, dass an jedem Schultag nur die Schüler einer Jahrgangsstufe im Gebäude sind – in Kleingruppen unterteilt. Im täglichen Wechsel werden die Jahrgänge dann unterrichtet. Der Jahrgang, der am Montag in der Schule ist, kommt am Freitag wieder; der Dienstag-Jahrgang am Montag der Folgewoche und so weiter.

An jedem Tag wird ein anderer Jahrgang unterrichtet

Ergänzt wird der Präsenzunterricht durch Homeschooling: „Die Kinder bekommen Aufgaben mit nach Hause.“ Ein Verfahren, das während der Schulschließung bereits praktiziert worden ist. In der Grundschule Stadtfeldmark sind die entsprechenden Materialien für die jeweiligen Klassen kopiert und in einem Päckchen gebündelt worden. Das haben die Eltern nach vorheriger Information mittels der Klassen-Whatsapp-Gruppen dann abgeholt.

Die Reaktionen aus den Elternhäusern darauf seien unterschiedlich gewesen. „Da war die ganze Bandbreite dabei“, blickt die Rektorin zurück. Eltern, die von Problemen ihrer Kinder mit den Aufgaben berichteten, ebenso wie Familien, die nach mehr „Futter“ für ihr Kind verlangten. „Wir haben uns aber nicht auf die schulischen Aufgaben beschränkt“, schmunzelt sie hinter ihrer Maske. Ein Hiphop-Song und ein Cupsong gehörten ebenso zum Material wie ein Mandala.

Ulrich Gerling-Goedert, kommissarischer Leiter Hannah-Arendt-Gymnasium

Ebenso wie die Grundschulen starten am Montag, 11. Mai, auch die weiterführenden Schulen wieder in den Präsenz-Unterricht. An den Realschulen sind das neben den Zehntklässlern auch die neunten Jahrgänge. Am Hannah-Arendt-Gymnasium sind dann auch wieder die Schüler der Qualifizierungsstufe 1 (Q1) an Bord. Diese Stufe zählt 115 Gymnasiasten. „Platz für einen weiteren Jahrgang bleibt da nicht“, sagt Ulrich Gerling-Goedert, kommissarischer Schulleiter, im Gespräch mit den WN.

Auf eine völlig ungewohnte Prüfung muss sich Jana Ungruhe vorbereiten. Die Referendarin arbeitet an der Grundschule Stadtfeldmark und soll am 18. Mai geprüft werden. „Ich werde die Stunde wohl simulieren müssen“, vermutet sie. Denn Unterricht mit einer Klasse ist nicht möglich. Ob sie in der Prüfung die Maske aufbehalten muss? „Hoffentlich nicht“, lacht sie. Schließlich komme es ja auch auf die Mimik an.

Startseite