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Helios: Während der Pandemie nimmt die Zahl der schweren Herzinfarkte zu

Kardiologin rät bei Symptomen zu schnellem Handeln

Lengerich

Es hört sich zunächst an, wie eine gute Nachricht. Von 40 Prozent weniger Herzinfarkten, die im Krankenhaus 2020 behandelt wurden, spricht Kardiologin Dr. Angela Gerlach von der Helios-Klinik in Lengerich. Doch das sei besorgniserregend, zeige es doch, dass Betroffene wegen der Corona-Pandemie offenbar nicht zum Arzt gehen oder ins Krankenhaus kommen.

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Bei Brustschmerzen sollte der Gang zum Arzt nicht gescheut werden. Foto: Wilfried Gerharz

Helios-Mediziner beobachten, dass die Schwere der Herzinfarkte seit der Corona-Pandemie zunimmt, während gleichzeitig weniger Herzinfarkte in den Krankenhäusern behandelt wurden. Studien belegen einen Rückgang der Herzpatienten. Dr. Angela Gerlach, Chefärztin und Kardiologin in der Helios-Klinik Lengerich, rät angesichts dieser Entwicklung dazu, Brustschmerzen oder Atemnot ernst zu nehmen und den Gang zum Arzt nicht zu scheuen, da es sonst zu schweren Folgeerkrankungen kommen könne.

„Es gab 2020 bis zu 40 Prozent weniger Herzinfarkte die im Krankenhaus behandelt wurden“, resümiert sie. „Das ist besorgniserregend, denn das bedeutet nicht, dass auch weniger Menschen einen Herzinfarkt erlitten haben, sondern dass diese vermutlich zu Hause ausgehalten wurden.“ Das liege vor allem daran, dass sich Patienten mit Symptomen, aufgrund der Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus, später bei einem Arzt vorgestellt hätten, so die Chefärztin.

Bereits in der ersten Corona-Welle gab es nach Helios-Angaben 30 Prozent weniger Aufnahmen in den Notaufnahmen. Gleichzeitig seien die Patienten deutlich kränker. Dies sei ein Grund, warum die Herz-Kreislauf-Sterblichkeit 2020 laut dem Deutschen Ärzteblatt gestiegen ist. Kardiologin Angela Gerlach rät Patienten deshalb, im Fall der Fälle nicht zu zögern: „Wenn sie krank sind, dann gehen sie unbedingt zum Arzt!“ Wichtig sei es, die Symptome schnellstmöglich beim Hausarzt, einem Kardiologen oder im Krankenhaus abklären zu lassen, um einen schweren Krankheitsverlauf abwenden zu können.

Wie die Grippe, könne eine Covid19-Erkrankung das Entstehen eines Herzinfarktes begünstigen. Das Virus sei aber auch in der Lage, eine Herzmuskelentzündung hervorzurufen, sodass es zwei Schädigungswege gebe. Den besten Schutz biete die Corona-Impfung, die die Kardiologin insbesondere Herzpatienten empfiehlt. „Erste Untersuchungen zeigen, dass die Krankheit bei geimpften Menschen deutlich milder verläuft. Mit Blick auf die Herzgesundheit rettet eine Corona-Impfung Leben.“

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