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3G-Kontrollen in Bus und Bahn

Keine Fragen nach dem Impfstatus

Lengerich

Seit einer Woche gilt im öffentlichen Verkehr – also in Bussen und der Bahn: Rein kommt nur, wer geimpft, genesen oder getestet ist. Der Schnelltest darf maximal 24 Stunden alt sein. Da stellt sich die Frage: Wie soll das kontrolliert werden? Die WN haben den Test gemacht.

Von Luca Pals

Neben der Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes müssen Foto: Luca Pals

Der Lengericher, der seine Frau an diesem Freitagvormittag zum Bahngleis bringt ist froh: „Wir fahren ja nicht oft mit der Bahn, aber 3G ist längst überfällig.“ Seit einer Woche gilt im öffentlichen Verkehr – also in Bussen, der Bahn und im Flugzeug – rein kommt nur, wer geimpft, genesen oder getestet ist. Der Schnelltest darf maximal 24 Stunden alt sein.

Da stellt sich die Frage: Wie soll das kontrolliert werden? Eindrücke von einer „Probefahrt“: So viel vorab: Am Freitag, auf dem Weg von Lengerich nach Osnabrück, und am Donnerstag auf dem Weg von Münster nach Kattenvenne, kam es zu keiner Kontrolle, lediglich auf dem Rückweg von Osnabrück wurde ich nach meiner Fahrkarte gefragt. Mein Impfstatus? Dafür interessierte sich der Kontrolleur an diesem Vormittag nicht. Gleiches war bei den mitfahrenden Gästen zu beobachten.

Etwa 4200 Mitarbeiter von DB Sicherheit und 5000 Service- und Kontrollkräfte in S-Bahn, RE- und RB-Zügen sind laut Deutscher Bahn für die Kontrollen bereitgestellt. Die 3G-Regelung entspringt dem geänderten Infektionsschutzgesetz, das von Bundesrat und Bundestag verabschiedet wurde. Darin sind auch die Zuständigkeiten geregelt. Demnach sind die Kontrollen Aufgabe der Verkehrsunternehmen. Dass dies in einem vollständigen Umfang nicht funktioniert, mag wohl jedem einleuchten.

Die Verantwortlichen setzen auf stichprobenartige Kontrollen. Auf Nachfrage beim Regionalverkehr Münsterland (RVM) erläutert die Pressestelle, dass die Kontrollen in Bussen durch die Fahrkartenkontrolleure, die während der Fahrten ein- und aussteigen, durchgeführt werden. Die Busfahrer müssen sich um diese zusätzliche Aufgabe nicht kümmern, heißt es weiter.

Das bestätigt am Freitagvormittag auch ein Fahrer, der am Lengericher Bahnhof auf die Gäste wartet, die mit dem Zug aus Osnabrück gekommen sind. Nicole Pizzuti von Keolis Deutschland, dem Mutterkonzern, dem auch die Eurobahn angehört, macht darauf aufmerksam, dass bei Verstoß gegen 3G-Regel und Maskenpflicht eine Meldung an die Bundespolizei fällig wird, die am nächsten Halt hinzugezogen werde.

Zu etwaigen Vorfällen, bei denen uneinsichtige Fahrgäste einen 3G-Nachweis nicht erbringen wollten, sei es in den vergangenen Tagen noch nicht gekommen. Im Gegenteil: „Viele Fahrgäste zeigen bereitwillig ihren Nachweis“, so Pizzuti weiter. Auch bei der RVM seien die Erfahrungswerte während der Corona-Pandemie „sehr positiv.“

Auch an die Maskenpflicht habe sich der Großteil der Fahrgäste stets gehalten. Die Erfahrungen in Sache 3G-Kontrolle wolle die RVM in den kommenden Wochen zusammentragen und ordnen, heißt es auf Anfrage.

Übrigens: Einen Verstoß gegen die 3G-Regel muss man sich schon leisten können. Laut Infektionsschutzgesetz handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die anfallenden Kosten werden durch das jeweilige Bundesland festgelegt, genaue Zahlen liegen dafür zwar nicht vor, im offiziellen Auftritt der Bundesregierung heißt es dazu aber: „Wer ohne gültigen Nachweis angetroffen wird, muss mit einer Strafe von bis zu mehreren Tausend Euro Bußgeld rechnen.“

Zurück in die Bahn: Hier werden nun auf dem Weg nach Lengerich alle nach ihren Fahrkarten gefragt, es kommt zu keinem weiteren Vorfall. Und die 3G-Regel? Die wird den Fahrgästen über Lautsprecherdurchsagen, Aushänge und digitale Anzeigen sowohl in den Zügen als auch in den Bussen und an den Haltestellen vermittelt.

Das sei überfällig gewesen, meint übrigens der Lengericher am Bahnhof: „Die Zahlen steigen und steigen. Da muss wirklich einmal durchgegriffen werden.“ Am Beispiel von Bus und Bahn ist zu sehen: Die politischen Vorgaben sind zwar da, einzig und alleine fehlt es an einer flächendeckend realistischen Umsetzung der Regelungen.

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