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Neue Schilder sollen Canyon schützen

Klare Ansage an die Ausflügler

Lengerich

Stefan Bendick, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde beim Kreis, Jürgen Kohne von der Stadt, zwei Ranger sowie weitere Vertreter von Kreis und Biologischer Station sind gestern zusammengekommen, um im Umfeld des Canyons 26 neue Hinweisschilder aus Holz aufzustellen. Sie richten sich an Menschen, die immer noch glauben, nicht auf den offiziellen Wegen bleiben zu müssen.

Von Paul Meyer zu Brickweddeund

Michael Reiffenschneider (links) und einer seiner Mitarbeiter stellten gestern die neuen Holzschilder im Umfeld des Canyons auf. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Sollte noch jemand Zweifel gehabt haben, dass Handlungsbedarf besteht, dürften diese schnell verschwunden gewesen sein, als der Pressetermin am Mittwochmorgen gerade seinen Anfang genommen hatte. Der Kreis hatte zum Wendehammer an der Martin-Luther-Straße geladen. Von dort ist es nicht weit hinauf zum Kleeberg und zum Canyon. Letzterer hat sich während der Pandemie zu einer Problemzone entwickelt, weil viele Besucher auch Bereiche betreten, die der Tier- und Pflanzenwelt vorbehalten sein sollen.

Das gilt auch für die Wiese oberhalb des Wendehammers. Auf der kam nun über einen Trampelpfad eine Frau mit ihrem Hund entlang – und führte somit vor, warum Stefan Bendick, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde beim Kreis, Jürgen Kohne von der Stadt, zwei Ranger sowie weitere Vertreter von Kreis und Biologischer Station zusammengekommen waren. 26 neue Hinweisschilder aus Holz wurden im Umfeld des Canyons aufgestellt. Das erste setzten Gala-Bauer Michael Reiffenschneider und einer seiner Mitarbeiter gleich an Ort und Stelle, am Rand der Wiese, in den Boden.

Bendick sagte, es seien in der jüngeren Vergangenheit eine Reihe „illegaler Pfade entstanden“ und vorhandene Hinweisschilder würden „vermehrt ignoriert“. Hinzu komme, dass manchem Wanderer und Spaziergänger gar nicht bewusst sei, dass er sich auf verbotenen Wegen befinde. Die Frau mit Hund war dafür direkt ein Paradebeispiel.

Der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde stellte, ebenso wie Jürgen Kohne von der Stadt, klar, dass es mit dem Aufstellen der Schilder nicht getan sein werde. Zudem räumte Bendick Probleme bei der zügigen Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz des Canyon ein. Zum einen gelte es in dem Arbeitskreis, der sich mit dem Thema seit Langem befasse, zahlreiche Beteiligte einzubinden. Zum anderen seien seine Behörde wie auch die Stadt personell einfach nicht in der Lage, schnell und umfangreich tätig zu werden.

Bendick und seine Mitarbeiterin Ester Susewind machten dann aber doch deutlich, wohin die Reise in Sachen Canyon noch gehen könnte. Der Leiter der Unteren Landschaftsbehörde verwies auf die Gelder, die bereitgestellt werden, um zusätzliches Personal für Kontrollen einzusetzen. Gelinge es, diese Mitarbeiter zu finden und sie entsprechend zu schulen, werde das Schutzgebiet in Lengerich in Zukunft „sehr verstärkt“ überwacht. Susewind sprach des Weiteren von Fördermitteln, die bei der Bezirksregierung beantragt worden seien und mit deren Bewilligung sie auch rechne. Dieses Geld solle genutzt werden, um mit Hilfe eines Fachbüros Bereiche wie die Aussichtsplattformen und die Hauptwege attraktiver zu gestalten, um so Ausflügler vom Gang in die Schutzbereiche abzuhalten. Bereits bis Ende des Jahres sei in dieser Angelegenheit mit einer Antwort aus Münster zu rechnen.

Klar wurde während des Termins am südlichen Kleeberghang auch, dass es nicht allein am Canyon Probleme gibt, sondern einige der 118 Naturschutzgebiet im Kreis betroffen sind. Doch Lengerich ist offenbar die herausragende Spitze dieses Eisberges – oder, wie es einer der Ranger formulierte: „Die Situation rund um den Canyon ist echt heftig.“

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