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Demonstranten und „Spaziergänger“ aktiv

Kundgebung direkt vor der Stadtkirche

Lengerich

In Lengerich hat es am Montagabend eine weitere „Impfen statt schimpfen“-Demonstration gegeben. Parallel fanden sich auch einige Impfgegner zu einem sogenannten „Spaziergang“ zusammen.

-mzb-

Zahlreiche Demonstranten hängten Zettel an eine Wäscheleine. Sie hielten so fest, warum sie bei „Impfen statt schimpfen“ dabei sind. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Am Montagabend sind in Lengerich erneut sowohl Impfbefürworter als auch Kritiker der Corona-Maßnahmen auf die Straße gegangen. Nach Angaben der Polizei nahmen an einer weiteren „Impfen statt schimpfen“-Demonstration rund 120 Menschen teil. 25 Personen waren demnach bei einem sogenannten „Spaziergang“ der Impfskeptiker dabei.

Erstmals versammelten sich die Impfbefürworter direkt vor der Stadtkirche – und damit an jenem Ort, an dem sich seit Mitte Dezember immer montags die „Spaziergänger“ zusammengefunden hatten. Pfarrer Torsten Böhm sagte, dass das Presbyterium dazu ermutigt habe, diesen Schritt zu gehen. Bislang hatte die Demonstration wenige Meter weiter vor Ernsting‘s Family stattgefunden.

Seitens der Organisatoren wurde dazu aufgerufen, mitzuteilen, warum die Menschen zu den „Impfen statt schimpfen“-Demonstrationen kommen. Manche schrieben Zettel, die an eine Wäscheleine gehängt wurden, andere traten ans Mikrofon. Darunter ein Beschäftigter aus dem Einzelhandel, der berichtete, wie es in seinem Arbeitsalltag immer wieder zu Pöbeleien und Beleidigungen komme durch Menschen, die sich nicht an die Corona-Regeln halten wollen. „Die überlegen nicht, was das mit uns macht“, so der Redner. Solche Erlebnisse seien nicht einfach abzuschütteln, „das nehme ich mit nach Hause“.

Dr. Ulrich Lüdtke, Arzt an der LWL-Klinik, appellierte, dass die Bürger zusammenstehen sollten, auch wenn man nicht einer Meinung sei. Es erfülle ihn mit Sorge, wie derzeit andere beschimpft und diffamiert würden – wofür nicht zuletzt „rechtsfreie Räume“ wie Telegram genutzt würden. Es gehe um das „Fundament des Zusammenlebens“, darum, bei aller berechtigten Kritik Politikern und Wissenschaftlern Vertrauen entgegenzubringen.

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