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Einzelhändler überwiegend zufrieden mit dem zweiten Adventssamstag

Licht und Schatten beim Shoppen

Lengerich

Die Filialisten in der Innenstadt lockten am zweiten Adventssamstag die Kunden mit auffällig satten Rabatten, so als wäre der „Black Friday“ noch nicht beendet. In den Drogeriemärkten sah man lange Schlangen an den Kassen und der neue Sport-Spezialist wird „sehr gut angenommen“, erklärte eine Mitarbeiterin. Auch die Kollegin in der Parfümerie war sehr zufrieden: „Super, alles super. Viele machen schon ihre Weihnachtseinkäufe, und auch zum Nikolaus wird das Eine oder Andere verschenkt.“ Doch insgesamt litt der Tag unter den Corona-Bedingungen.

Gernot Gierschner

Von Einkaufstrubel ist derzeit noch nicht viel zu spüren. Die Kundenzahl hielt sich am Samstag in Grenzen. Foto: Gernot Gierschner

Wo es sonst nach Glühwein duftet, Plätzchen oder Lebkuchen angeboten werden und zu Gunsten wohltätiger Zwecke Allerlei verkauft wird, herrschte am Samstag ein Hauch von Tristesse. Der zweite Adventssamstag stand ganz im Zeichen von Corona. Keine Verkostungen oder besonderen Aktionen, ein ganz normaler Samstagvormittag mit Nieselregen und Mund/Nase-Bedeckung. Drei im Stadtgebiet verteilte Verkaufsstände verbreiteten ein wenig das Flair eines Weihnachtsmarkts: Gebrannte Mandeln, Backfisch und Bratwurst.

Gut besucht war der Wochenmarkt. Die kostenlosen Parkplätze am Markt wurden von den Kunden gern angenommen. Es herrschte zeitweise sogar Stau mit Wartezeit, da im Moment ein Teil der Parkplätze durch Baustelle und Baufahrzeuge wegfallen. Die Baustelle für die neue Trinkwasserleitung beherrscht auch den mittleren Teil der Bahnhofstraße. Da fällt es einem schwer, sich in vorweihnachtliche Shopping-Stimmung zu versetzen. Von Einkaufstrubel war dort nicht viel zu spüren.

Sabine Sundermann

Das bestätigte auch Sabine Sundermann. Während sich vor der Fleischerei die übliche Schlange bildete, lief der Bestellservice für das Weihnachtsmenü etwas schleppend. „Die Kunden sind verunsichert, wie und mit wem sie dieses Jahr Weihnachten feiern werden“, so die Firmenchefin.

Stella Renk-Berry, Lengerichs Institution in Sachen handbemalte Weihnachtskugeln,hatte dagegen einen rege besuchten Vormittag. Nicht wie sonst in der Stadtkirche bietet die Künstlerin ihre Baumkugeln diesmal im Café der Bäckerei Blömker an. Viele Bestellungen, vom Porträt der eigenen Katze bis zu klassischen kirchlichen Motiven, seien eingegangen – die Kundenwünsche sind halt vielseitig. Allerdings empfindet sie das Arbeitspensum als deutlich geringer im Vergleich zu den Vorjahren. Deshalb freut sie sich über jeden, der vorbeischaut.

Die Filialisten in der Innenstadt lockten die Kunden mit auffällig satten Rabatten, so als wäre der „Black Friday“ noch nicht beendet. In den Drogeriemärkten sah man lange Schlangen an den Kassen und der neue Sport-Spezialist wird „sehr gut angenommen“, erklärte eine Mitarbeiterin. Auch die Kollegin in der Parfümerie war sehr zufrieden: „Super, alles super. Viele machen schon ihre Weihnachtseinkäufe, und auch zum Nikolaus wird das Eine oder Andere verschenkt.“

Ob Schuhgeschäft, Reformhaus oder im „Visavis“ – überall war man zufrieden mit dem Umsatz, obwohl auch immer wieder zu hören war, dass der Weihnachtsmarkt doch fehle. Ein Renner ist hingegen die Aktion „Weihnachtsglück“ der Werbegemeinschaft Lengerich. Jede Woche werden dabei Einkaufsgutscheine verlost. Und am 29. Dezember gibt es die Ziehung der drei attraktiven Hauptpreise.

Aber man sah auch Ladenlokale ohne Kundschaft und das Spielwarengeschäft war wegen Krankheit geschlossen.

Der Blick vom alten Rathaus in die Münsterstraße war eher trostlos und der Backfischstand am Rathaus wirkte auf dem großen Platz etwas verloren. Der Betreiber war aber frohen Mutes: „Endlich wieder raus, nicht vergleichbar mit dem Weihnachtsmarkt, aber wir sind froh, wieder verkaufen zu dürfen. Es fehlt natürlich die Laufkundschaft. Aber die Lengericher kennen uns schon seit Jahren und freuen sich darüber, dass wir da sind.“

Jörg Tiede vom Weinhaus war im Weihnachtsstress: „Wie jedes Jahr müssen viele Präsente verpackt werden, so viele, dass inzwischen eine Wartezeit von zwei Werktagen besteht.“ Im Weinhaus bekommt man fachliche Beratung, darf probieren und der Service stimmt offenbar – ein Rezept, damit der stationäre Handel mit den Online-Riesen mithalten kann.

Einen ganz besonderen Verkaufsstand gab es kurzzeitig auf dem Wochenmarkt. Der CVJM Lengerich und die evangelische Kirchengemeinde Lengerich verkauften zwei Zentner italienische Orangen. „Süße und leckere, fair gepflückte Orangen“, so Pfarrer Harald Klöpper. „Süß statt bitter!“ Unter diesem Motto steht die Aktion einer Kooperative aus der Kleinstadt Rosarnoin Kalabrien (SOS Rosarno). Die Früchte wurden von afrikanischen Migranten, die Tariflöhne erhalten, gepflückt. 18 Tonnen Orangen hatte die evangelische Kirche von Westfalen geordert und an die Gemeinden weiterverteilt. Schon um 11.30 Uhr konnte der Pfarrer stolz verkünden: „Unglaublich, schon alles verkauft. Es hätten also noch ein paar mehr sein dürfen. Zusätzlich bekamen wir 125 Euro gespendet. Dieser Betrag geht an die Aktion Mediterranean Hope der italienischen Kirchen.“

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