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Stadtentwicklung: Kinder bewerten Orte

Liebeserklärung an die Wasserspiele

Lengerich

In Lengerich wird an einem Stadtentwicklungskonzept gearbeitet. Alle Teile der Bevölkerung sollen daran teilhaben können. Nun wurden Kinder und deren Eltern zu einem besonderen „Arbeits“-Spaziergang eingeladen.

Michael Baar

Hier „blitzt“ es vor einem leer stehenden Ladenlokal in der Altstadt. Foto: Michael Baar

Die Worte des Bürgermeisters finden wohl nur bei den Erwachsenen Gehör. Die Zehn- bis Zwölfjährigen fixieren mit ihren Blicken längst den Karton, den Vivienne Kalka in den Händen hält. Was deren Kollegin Nina Hangebruch dann erklärt, müssen sich die Mädchen und Jungen dann doch genau anhören: Mit Sprühkreide sollen sie Orte in der Innenstadt markieren, die ihnen gut (mit einem Herz) oder nicht (mit einem Blitz) gefallen.

Das „Zielgebiet“ beschränkt sich auf die Fußgängerzone zwischen Bodelschwinghplatz und Rathausplatz. Die ersten Sprühversuche am Bewegungs-Spielgerät misslingen. „Vor Gebrauch kräftig schütteln“, steht auf den Dosen. Da müssen die Eltern ran. Dann entstehen die ersten Herzen auf dem Pflaster.

Eisdiele, Spielzeugladen, Drogeriemarkt mit Spielzeugabteilung – überall wird herzhaft gesprüht. Vor einem leer stehenden Geschäft blitzt es zum ersten Mal. So geht´s weiter bis zum Rathausplatz, wo für die Wasserspiele eine Liebeserklärung auf die Platten gesprüht und gemalt wird.

Dosen leer, war´s das? Mitnichten. Nina Hangebruch und Vivienne Kalka bitten in die Stadtbücherei. Dort haben die Stadtplanerinnen vom Büro Beckmann und Föhrer alles für eine Traumreise hergerichtet. An deren Ende malen die Mädchen und Jungen auf, was sie in ihrer Fantasie gesehen haben. Das reicht vom Sportzentrum mit Rasen-, Kunstrasen- und Ascheplätzen über Kino, Skate-Anlage, neuem Hallenbad, Spielplätzen draußen und unter Dach bis zu mehr Grün in der Innenstadt und ein Verbot für Autos in diesem Bereich.

„Die Kinder haben die Aufgabenstellung gut verstanden“, freut sich Nina Hangebruch im Gespräch mit den WN über die vielen Antworten. Mit deren Auswertung wird in der nächsten Woche begonnen im Rahmen der Arbeiten zur Erstellung eines Stadtentwicklungskonzepts.

Solche „Arbeits“-Spaziergänge führen die beiden Stadtplanerinnen auch mit Senioren und Mitbürgern durch, die vor fünf bis zehn Jahren nach Lengerich gekommen sind. Die Erwachsenen müssen ohne Sprühkreide auskommen, erhalten dafür Einweg-Kameras.

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