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W & H schafft Lagerkapazitäten

Materiallieferungen schlecht planbar

Lengerich

Zwei große Zelte sind in den vergangenen Woche auf einem W&H-Parkplatz an der Münsterstraße aufgebaut worden. Das hat einen besonderen Grund: Der Bedarf an Lagerflächen ist bei dem Unternehmen derzeit besonders groß.

-jb-

Mit Hilfe von Zelten schafft W & H eine temporäre Lagererweiterung an der Münsterstraße. Foto: Joke Brocker

Aufmerksamen Passanten ist es längst aufgefallen: Auf dem Parkplatz an der Münsterstraße, unweit des Wareneingangs der Firma Windmöller & Hölscher sind in den vergangenen Wochen zwei Zelte aufgebaut worden. Vorboten einer Ausstellung oder Messe? Mitnichten. „W&H hat aktuell einen erhöhten Bedarf an Lagerflächen für Materialien und zum Versand vorbereiteten Service-Teilen”, erklärt Hendrik Varelmann, bei W&H für das Gebäudemanagement zuständig, auf Anfrage den Aufbau der beiden Zelte mit einer Fläche von circa 1500 Quadratmetern. Ein weiteres Zelt im Inneren des Werksgeländes komme in Kürze für die Servicelogistik hinzu. Zurückzuführen sei der erhöhte Lagerflächenbedarf auf anhaltende Lieferengpässen und weniger planbare Liefertermine. „Materiallieferungen lassen sich aktuell schlechter planen, weil Lieferanten weniger verlässliche Liefertermine geben können. Um die Produktion sicher zu stellen, mussten wir die Bestände erhöhen und benötigen daher mehr Lagerfläche“, erklärt Martin Schulteis, Finanzvorstand von W&H, die Hintergründe.

Weiterer Platzbedarf entstehe für die Lagerung von versandfertigen Servicepaketen und Maschinenteilen. „Durch die weniger verlässlichen Warenlieferungen entstehen auch bei Ersatzteilen mehr Teillieferungen. Hinzu kommen eine verschärfte Importsituation auf Kundenseite und weltweit knappe Transportkapazitäten. Insgesamt führt dieser Mix zu längeren Liegezeiten als im Normalbetrieb”, so Felix Stadler, Leiter Ersatzteilmanagement.

Die Gründe für die Situation seien vielfältig. Bereits in der Corona-Pandemie seien die Lieferketten instabiler geworden. Dann seien Ereignisse wie die Havarie der Ever-Given hinzugekommen. Jetzt habe der Krieg in der Ukraine die Lage weiter verschlechtert. „Die Sicherung unserer Materialversorgung und Logistik bleibt eine große Aufgabe für 2022. Vor allem, weil unsere Auftragsbücher weiter gut gefüllt sind. Deshalb greifen wir auch zu ungewöhnlichen Mitteln wie Zelten, um kurzfristig mehr lagern zu können”, sagt Schulteis.

Die Zelte werden in den kommenden Monaten zur Erweiterung der Lagerflächen genutzt. Langfristig gehe man von einer Stabilisierung der Situation und Rückkehr zu den normalen Bedarfen aus.

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