1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Lengerich
  6. >
  7. Mehr Licht für die wertvollen Pflanzen geschaffen

  8. >

Pflegeeinsatz zum Erhalt des Europäischen Flora-Fauna-Habitat-Gebiet im Teutoburger Wald

Mehr Licht für die wertvollen Pflanzen geschaffen

Lengerich

Die ANTL-Schafherde ist wichtiger Helfer bei der Pflege des Magerrasens im Kalksteinbruch Galgenknapp. Doch ohne den Einsatz menschlicher Helfer geht es trotzdem nicht. Nun hatten sich rund 50 Engagierte eingefunden.

-gpg-

Foto:

In einen verbuschten ehemaligen Steinbruch rückten am Samstag freiwillige Helfern aus. Die Interessengemeinschaft Teutoburger Wald (Ig Teuto) hatte zum jährlichen Pflegeeinsatz aufgerufen, um die Magerrasenflächen im alten Kalksteinbruch Galgenknapp an der Osnabrücker Straße vom Baumbewuchs freizuschneiden.

Der Kalksteinbruch versorgte bis 1950 das einstige Werk II von Dyckerhoff an der Ostpreußenstraße mit Rohmaterial und wurde dann aufgegeben. Im Anschluss eroberte die Natur das Gelände zurück. Der Kernbereich, also die untere Steinbruchsohle, blieb offen. Hier breitete sich fast unbemerkt ein artenvielfältiger Kalkmagerrasen aus. Man erkannte schnell die Bedeutung dieser stillgelegten Flächen, die in den folgenden Jahrzehnten unter Naturschutz gestellt wurden. Inzwischen gehört das Areal zum europäischen Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (kurz FFH): „Nördliche Teile des Teutoburger Waldes mit Intruper Berg“.

Ohne Eingriff des Menschen hätte der Wald das Gebiet inzwischen für sich zurückerobert. Um die Artenvielfalt des Magerrasens dauerhaft zu erhalten, entwickelte die Ig Teuto vor über 20 Jahren gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Steinfurt und der ANTL (Arbeitsgemeinschaft für Naturschutz Tecklenburger Land) ein umfangreiches Pflegekonzept. Wichtigster Helfer im Konzept ist die Wanderschafherde mit bis zu 500 Bentheimer Landschafen, die regelmäßig durch das Tecklenburger Land zieht. Dabei wird darauf geachtet, so Markus Hehmann, Naturschutzbeauftragter der Firma Dyckerhoff, dass jährlich immer nur ein Teil der Gesamtfläche des Steinbruchs im Wechsel beweidet wird. So haben die Pflanzen und Tiere genügend Zeit, sich zu regenerieren. Um den Licht liebenden Arten wieder bessere Wuchsbedingungen zu bieten, muss die Fläche trotzdem regelmäßig von Bäumen und Sträuchern befreit werden. „Was die Schafe durch Verbiss nicht schaffen, muss von Zeit zu Zeit durch ergänzende Pflegeeinsätze geleistet werden“, erklärte Markus Hehmann.

Markus Hehmann, Ig Teuto

Fast 50 freiwillige Helfer hatten sich eingefunden und türmten die abgeschnittenen Äste und Baumstämme auf große Haufen. Das Schnittgut wird nicht einfach entsorgt, erklärte Markus Hehmann. Es wandert zerkleinert in den Hackschnitzel-Heizkessel der ANTL und sorgt im Naturschutzzen-trum Sägemühle in Tecklenburg für wohlige Wärme. Parallel zu den Holzungsarbeiten liefen zwei Kleingruppen mit großen Müllsäcken die Randbereiche ab und trugen den Unrat zusammen, den rücksichtslose Mitmenschen hinterlassen hatten. „Leider wird auch immer wieder verbotenerweise gegrillt und der Müll einfach liegen gelassen“, sagte Markus Hehmann. Neben vielen Flaschen und reichlich Verpackungsmüll wurden auch vier alte Campingstühle eingesammelt.

Für das leibliche Wohl der fleißigen Helfer sorgte die Kantine der Firma Dyckerhoff, die warmes Essen und Getränke direkt vor Ort lieferte.

Startseite