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Osnabrück-Münster

Spielende Kinder an der Bahnstrecke: ICE-Lokführer erleidet Schock

Lengerich

In große Gefahr begeben haben sich am Mittwoch zwei Kinder in Lengerich. Sie hielten sich an der Eisenbahnstrecke Osnabrück-Münster auf, als sich ein ICE näherte. Einer der Jungen täuschte dabei sogar einen Sprung vor den Zug an.

-mzb-

Ein ICE 4 steht in einem Leitwerk auf einem Gleis. Spielende Kinder haben sich in Lengerich in große Gefahr begeben, ein Junge täuschte sogar einen Sprung vor den Zug an. Foto: dpa (Symbolbild)

Einen Schock hat am Mittwochnachmittag der Lokführer eines ICE erlitten, der von Osnabrück auf dem Weg nach Münster war. Grund waren zwei spielende Kinder, die sich an den Strecke vor der Nordeinfahrt des Eisenbahntunnels bei Lengerich aufhielten, als sich der Zug näherte. Einer der Jungen täuschte dabei nach Angaben der Polizei einen Sprung auf die Gleise an. Nun ermittelt die Bundespolizei.

Um 14.10 Uhr befuhr der ICE 611 von Hamburg nach München die Strecke in Lengerich mit einer Geschwindigkeit von etwa 110 Stundenkilometern, als der Triebfahrzeugführer die beiden Jungen bemerkte. Laut Bundespolizei gab er daraufhin einen Achtungspfiff ab und führte eine Schnellbremsung durch. Ein Junge habe sich von der Strecke entfernt. Der andere sei jedoch am Gleis stehengeblieben und habe so getan, als ob er vor den sich nähernden Zug springen wollte.

Kinder wurden nicht verletzt

Keiner der Jungen wurde verletzt. Der Lokführer hingegen konnte seinen Dienst aufgrund des Schocks nicht fortsetzen, so dass der ICE außerplanmäßig in Münster endete. Weitere Personen kamen nicht zu Schaden.

Beamte der Polizei Lengerich fahndeten nach den Kindern, blieben dabei aber ohne Erfolg. Zwei nachfolgende Züge passierten die Stelle vor dem Tunnel aufgrund des Vorfalls nur in Langsamfahrt.

Bundespolizei bittet um Hinweise – und warnt

Die Bundespolizei leitete Strafverfahren wegen des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ein. Die beiden Kinder sollen zwischen neun und elf Jahre alt sein. Der Junge, der weglief, hat laut Bundespolizei ein schwarzes T-Shirt getragen, der andere ein grünes. Hinweise werden von der Dienststelle in Münster unter 0800/6888000 und bei jeder Polizeidienststelle entgegengenommen.

In diesem Zusammenhang warnt die Bundespolizei vor den Gefahren des Bahnverkehrs: Züge haben einen langen Bremsweg. Sie nähern sich nahezu lautlos und mit hoher Geschwindigkeit. Im Bereich der Oberleitungen besteht zudem die Gefahr eines tödlichen Spannungsüberschlages auch ohne Berührung der Oberleitung. Markus Heuer, Sprecher der Bundespolizei in Münster, sagt gegenüber den WN, dass es bundesweit immer wieder zu Vorfällen mit spielenden Kindern an Bahnstrecken komme. „Oft werden Steine auf die Gleise geworfen oder auch Ein-Euro-Stücke auf die Schienen gelegt.“

Weitere Hinweise zum Thema gibt es unter www.bundespolizei.de

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