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Chorkonzert in der Gempt-Halle

Musik, die Spaß macht

Lengerich

Fünf Chöre und ein Tenor, das waren die Zutaten für ein Konzert in der Gempt-Halle am Donnerstagabend. Es sollte sich als gelungene Kombination erweisen. Wurde doch nicht nur Musik geboten, sondern auch viel Humor.

Dario Sellmeier

Tenor Hans-Hermann Ehrich, hier mit der Chorgemeinschaft auf der Bühne, brillierte als Sänger und Entertainer. Foto: Dario Sellmeier

„Come together“ lautete das Motto des Konzertes, zu dem Lengericher Chöre eingeladen hatten. Die Erwartungen des Publikums waren hoch, liegt die letzte derartige Veranstaltung doch sieben Jahre zurück. Friedel Snethkamp, der als Moderator souverän durch die Veranstaltung führte, war über die Resonanz in der voll besetzten Gempt-Halle begeistert.

Zu Beginn beschwor der Kleine Chor Settel den Sommer noch einmal herauf: „Summer Dreaming“ bietet einen wohligen Kontrast zum nasskalten Wetter draußen. Mit „Magic Works“ aus der Harry-Potter-Filmreihe zauberte der gemischte Gesangsverein eine magische Atmosphäre.

Danach intonierten die volltönenden Stimmen der Chorgemeinschaft augenzwinkernd das Lied vom Käfer und der Blume und loteten bei der „Troikafahrt“ die Seele des russischen Volksliedes aus, bevor ein schmissiger „Fliegermarsch“ noch einmal Schwung in die Halle brachte.

Der Osnabrücker Tenor Hans-Hermann Ehrich, angekündigt als brillanter Interpret verschiedener Operetten-Arien, bestach von Anfang an als gewitzter Grand Seigneur. Mit „Ob blond, ob braun, ich liebe alle Frau’n“ sang er sich in die Herzen der weiblichen Zuschauer. Auch bei den folgenden Stücken stellte er nicht nur sein großes gesangliches, sondern auch sein schauspielerisches Talent unter Beweis. Und erwies sich ganz nebenbei als grandioser Entertainer, der mal sehr persönlich und einfühlsam, mal mit feinem Witz über sein Verhältnis zur Musik plauderte.

Einen gelungenen Einstieg nach der Pause lieferte der MGV Antrup mit einer Variation von Mozarts Nachtmusik, bevor die Sänger mit dem Song „Frosch im Hals“ humorvoll eigene Ängste vor dem Auftritt thematisierten. Das nächste Stück brauchte eigentlich nicht angekündigt werden, das „Dam-dam, dam-dam“ in „Marmor, Stein und Eisen bricht“ erkannte jeder, und das Publikum sang und klatschte begeistert mit.

Das Repertoire des Frauenchors hatte einen gehörigen Schuss Selbstironie abbekommen. Chorleiter Stefan Rauch machte es sichtlich Spaß, mit nicht so ganz ernst gemeinten Spitzen gegen das schöne Geschlecht das ein oder andere Schmunzeln hervorzurufen. Bei der Musik war er wieder ganz auf der Seite seiner Sängerinnen, als er bei der Geschichte der eitlen Tilla in die Tasten haute. Max Raabes modernem Klassiker „Für Frauen ist das kein Problem“ verliehen die Damen den typischen Swing, das Palastorchester ersetzte Stefan Rauch am Flügel ohne Abstriche.

Mit der harmonischen Klavierbegleitung Ralf Junghöfers bot Hans-Hermann Ehrich einen weiteren bunten Querschnitt durch die Welt der Operetten und verzauberte die Zuschauer förmlich.

Der MGV „Heimatklang“ Settel weiß, wie man das Publikum mitreißt. Schon die beiden Musicalhits „Wein‘ nicht um mich, Argentinien“ aus „Evita“ und „Irgendwo und -wann“ aus der „West Side Story“ sind Publikumslieblinge. Mit „Wie der Wind sich dreht“, der deutschen Version des Wiedervereinigungs-Hits „Wind of Change“, rief der Chor Erinnerungen an den Mauerfall wach. Markus Weischer sorgte an der E-Gitarre für den richtigen Scorpions-Sound.

Gegen Ende wurden Sängerinnen und Sänger, besonders aber die Chorleiter, mit reichlich Applaus und Blumen bedacht. Hans-Hermann Ehrich stand zunächst mit leeren Händen da – von ihm wurde eine Zugabe erwartet. Die gab der charmante Tenor mit dem größten Vergnügen und schüttelte ein fabelhaftes „O sole mio“ aus der Kehle.

„Gesang kann eine Brücke sein“, heißt es im Lied des Chor-Verbandes NRW, das als krönender Abschluss nicht nur aus den 150 Kehlen der „professionellen“ Akteure erschallt, sondern auch das Publikum zum Mitsingen animierte.

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