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Landgericht Münster

Nach Amokfahrt: Zeugen des ersten Unfalls sagen aus

Lengerich/Lienen/...

Das Aufheulen eines Motors habe er gehört, dann sei er angefahren worden, danach sei seine Frau auf die Motorhaube des Autos gestürzt. Die körperlichen Schäden durch die Amokfahrt einer 44-Jährigen hat das Ehepaar überwunden. Ihre Psyche hat noch immer an dem Schock vom 27. September zu arbeiten, sagte der Ehemann im Sicherungsverfahren gegen eine Frau aus Lengerich aus.

Michael Baar

Mit diesem Kleinwagen war die Frau aus Lengerich auf der Landstraße nach Lienen unterwegs gewesen. Foto: Michaerl Baar

Aussagen von Zeugen zur Amokfahrt einer 44 Jahre alten Frau aus Lengerich am 27. September vergangenen Jahres standen im Mittelpunkt des zweiten Verhandlungstages im Landgericht Münster. Vor der 2. Großen Strafkammer sagten der rechtliche Betreuer der Beschuldigten, das Ehepaar, das von der 44-Jährigen auf der Sudenfelder Straße angefahren wurde, und ein weiterer Zeuge aus.

Der Betreuer der Frau hatte nach eigener Aussage in der Woche vor der Amokfahrt angeregt, dass sich die 44-Jährige in einer geschlossenen Abteilung unterbringen lässt. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Frau als Patientin in der LWL-Klinik Lengerich. Nach einem Gespräch mit seiner Klientin, so berichtet Dr. Steffen Vahlhaus, habe der Betreuer den Antrag auf Unterbringung zurückgezogen. Anlass dafür ist nach Angaben des Pressesprechers des Landgerichts Münster die Absicht der Frau gewesen, sich im Uni-Klinikum Münster in Behandlung zu begeben (WN berichteten). Das war aber nicht möglich.

Schlimme Erinnerungen

Gehört wurde ebenfalls die Aussage des Ehepaares, das zu Beginn der Amokfahrt auf der Sudenfelder Straße in Lengerich von der 44-Jährigen angefahren wurde. „Wir haben einen Motor aufheulen hören“, zitiert Steffen Vahlhaus die Wahrnehmung des Mannes, bevor er von hinten angefahren wurde. Besonders schlimm sei es für den Ehemann gewesen, seine Frau auf die Motorhaube des Wagens stürzen zu sehen. Das Ehepaar wurde glücklicherweise körperlich nicht so schwer verletzt. An den psychischen Folgen hätte es heute noch zu leiden, gibt der Pressesprecher die Aussage wieder.

Während die 44-Jährige ungerührt ihre Fahrt fortsetzte, wurde sie von einem hinter ihr fahrenden Autofahrer verfolgt. Dieser berichtete vor Gericht, dass er dem Unfallwagen bis Lienen gefolgt sei. Als die Frau allerdings in Lienen durch einen Bauzaun gefahren sei, habe er die Verfolgung eingestellt.

Ebenfalls gehört wurden am Dienstag Polizeibeamte, die an der Unfallstelle eingesetzt waren.

Für das Sicherungsverfahren sind insgesamt sechs Verhandlungstage angesetzt worden.

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