Hortensia Garden: Pflanzen leiden unter extremer Trockenheit

Naturbelassen statt Schlosspark

Lengerich

Keine 20 Liter Regen seit dem 20. März, dazu noch Nachtfrost Anfang April – für Hartmut Grünagel ist es keine Überraschung, dass der Hortensia Garden sich nicht farbenprächtig präsentiert. Ganz im Gegensatz zu anderen Stellen in der Stadt, wie Günter Tierp beobachtet hat.

Michael Baar

Die Trockenheit hat dem Hortensia Garden arg zugesetzt. Besser präsentieren sich das Beet an der Stadtverwaltung und der Blühstreifen an der Lienener Straße (von unten links gegen den Uhrzeigersinn). Das Bild oben links zeigt, wie schön die Hortensien gedeihen, wenn das Wetter mitspielt. Foto: Günter Tierp (3) / Michael Baar

„Den Wanderern und Besuchern beschert der Lengericher Hortensia Garden derzeit ein trauriges Bild“, schreibt Günter Tierp in einer E-Mail an die WN-Redaktion. Die fehlende Bodenfeuchtigkeit, so vermutet er, setze den Pflanzen arg zu. Seine Hoffnung: Die im Hortensia Garden verlegte Bewässerung werde bald aktiviert, „damit der wunderschöne Bestand keinen Dürreschaden nimmt und sich bald in voller Blüte zeigen kann“.

Günter Tierp

Dass sich die Stadt an anderen Stellen durchaus in farbenprächtiger Blütenfülle präsentiert, hat der Lengericher bei den städtischen Beeten an der Stadtverwaltung und auf dem Blühstreifen vor dem Dyckerhoff-Werk an der Lienener Straße entdeckt. „Wahre Hingucker“, schreibt Günter Tierp.

Dass der Hortensia Garden nicht so schön aussieht wie es sich manche Betrachter wünschen, hat für Hartmut Grünagel ganz natürliche Ursachen. Zum einen sei da die seit dem 20. März herrschende Trockenheit. „Wir haben seitdem keine 20 Liter Regen bekommen“, berichtet er im Telefonat mit den Westfälischen Nachrichten.

Bewässerungsanlage im Hortensia Garden kann Mangel nicht kompensieren

Als Ersatz für eine so geringe Zufuhr natürlicher Feuchtigkeit sei die Bewässerungsanlage im Hortensia Garden nicht geeignet, fügt er hinzu. In Betrieb gesetzt worden sei sie natürlich längst. Was die lange Trockenperiode allerdings nicht kompensieren könne. Ebenso wenig wie die ehrenamtliche Helfer, die gar nicht so viele Gießkannen Wasser zu den Tausenden Pflanzen schleppen könnten.

„Das Genick gebrochen hat den Hortensien die eine kalte Nacht Anfang April“, verweist er auf minus sechs Grad Celsius, die gemessen wurden. Rund zwei Wochen nach dem Schnitt der Hortensien seien die frischen Triebe im Wortsinn kalt erwischt worden. Dagegen gebe es im Hortensia Garden keinen Schutz.

Hartmut Grünagel, Gärtnermeister

Da die Anlage in einem Landschaftsschutzgebiet liegt, verbietet sich die Installation einer Beregnungsanlage wie im Alten Land. Dort berieseln die Obstbauern die in Blüte stehenden Bäume vor Nächten mit Frost, um die Knospen so zu schützen. Die Alternative, bei angekündigten Nachtfrösten jede einzelne Pflanze mit einer Schutzhaube abzudecken – beim Telefonat ist zu spüren, wie der Gärtnermeister am anderen Ende der Leitung mit dem Kopf schüttelt. Angesichts der mehreren Tausend Hortensien wäre das nicht zu schaffen.

Hartmut Grünagel weist auf einen wichtigen Aspekt des Hortensia Gardens hin, der vielleicht nicht allen Besuchern und Wanderern bewusst sei: „Wir haben nie den Anspruch gehabt, dort einen Park wie an einem Schloss anzulegen.“ Vielmehr habe der Verein Offensive als Initiator des Hortensia Garden bewusst darauf gesetzt, die naturbelassene Fläche im Bereich der LWL-Kapelle so zu belassen. Allein schon deshalb, weil die Magerkalkwiesen in diesem Bereich des Landschaftsschutzgebietes gar keine andere Lösung zugelassen hätten.

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