Ruhiger Jahreswechsel

Nebel verschluckt Raketen

Lengerich

Trüb und neblig begann das neue Jahr in Lengerich. In der Silvesternacht herrschte zwar ruhiges Wetter, aber dichter Nebel ließ die Sichtweite auf unter 20 Meter sinken. Ein Großteil der gestarteten Raketen verschwand im Nebel und kam als unangenehmer Regen aus Ruß und Metallstaub zurück.

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Nur gedämpft war die Farbenpracht der Silvesterraketen durch die Nebelschwaden zu erkennen. Foto: Gernot Gierschner

Erste Böller wurden schon bei Einbruch der Dunkelheit gezündet. Beim Spaziergang durch die Siedlung in Hohne zum Beispiel traf man immer wieder auf kleine Gruppen Jugendlicher, die zündelten. Gegen 18 Uhr begannen erste Familienväter, ihr privates Feuerwerk zu starten. „Damit unsere Kinder etwas davon haben, später müssen sie eh ins Bett“, lautete die Begründung.

Die Innenstadt zeigte sich zum Jahreswechsel menschenleer, nur die Lichtreklamen der Supermärkte sorgten für bunte Farbtupfer im Nebel. Die meisten Lokale in der Stadt hatten geschlossen, das kulinarische Angebot beschränkte sich deshalb auf Fastfood im Teutopark. Selbst in der 24 Stunden geöffneten Tankstelle an der Osnabrücker Straße herrschte gähnende Leere. Die offenbar einzige und gut besuchte Silvesterparty fand im „Centralhof“ statt.

Bahnhofstraße und Rathausplatz waren in der letzten halben Stunde des alten Jahres wie ausgestorben. Einzig eine kleine Familie befand sich auf ihrem traditionellen Silvesterspaziergang: „Das machen wir immer so. Wir verabschieden das alte Jahr, solange es noch nicht knallt.“

Auf dem Marktplatz hatten sich gut ein Dutzend Menschen eingefunden, um das neue Jahr mit Böllern und Raketen zu begrüßen. Aus den angrenzenden Häusern beobachteten die Bewohner das Spektakel, soweit sie es sehen konnten, denn der dichte Nebel trübte auch dort das Vergnügen.

Autos konnten nur im Schritttempo fahren, so schlecht war die Sicht. Die Polizei sprach auf Nachfrage der Westfälischen Nachrichten von einem „ruhigen Jahreswechsel“.

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