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Ostereier-Aktion der Offensive

Nette Geste oder „Körperverletzung“?

Lengerich

Die Aktion des Vereins Offensive war gut gemeint und sollte Osterspaziergängern ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Doch die an Sträuchern am Rand eines Wanderweges aufgehängten bunten Eier haben nicht nur Freude ausgelöst.

Michael Baar

Die Ostereier-Aktion der Offensive ist nicht auf ungeteilte Zustimmung gestoßen. Foto: Detlef Dowidat

Die Aktion des Vereins Offensive Lengerich, zu Ostern bunte Eier am Wanderweg zwischen Jones Garden und Canyon aufzuhängen, ist nicht auf ungeteilte Zustimmung gestoßen. Ein Ibbenbürener merkt in einem Schreiben an die WN-Redaktion kritisch an, dass eine solche Aktion in Zeiten der Corona-Pandemie nicht angebracht sei.

„Die Welt schreit, bitte bleibt zu Hause und Lengerich macht das Gegenteil und animiert Menschen . . . sich das anzusehen“, schreibt der Ibbenbürener. „In meinen Augen ist das eine vorsätzliche Körperverletzung, die richtig geplant wurde“, fügt er hinzu. Die Aussage von Jürgen Kohne, dass die Aktion bei den Spaziergängern gut angekommen sei und es kaum Verstöße gegeben habe – der Schreiber zieht das in seiner Mail an die Redaktion in Zweifel: „Es gab Verstöße.“

WN-Leser

Auf Nachfrage der Westfälischen Nachrichten betont Jürgen Kohne, der Geschäftsführer der Offensive ist, dass es „durchweg positive Rückmeldungen auf die Aktion gegeben hat“. Zudem habe der Verein bewusst keine große Werbung für diese Ostereier-Aktion gemacht. „Das ist eine nette Geste. Das hat uns ein Lächeln ins Gesicht gezaubert“, berichtet er von entsprechenden Reaktionen.

Jürgen Kohne, Offensive-Geschäftsführer

Dass die Menschen wegen der aufgehängten bunten Eier nach Lengerich gekommen seien, zieht er in Zweifel. „Die Leute sind gekommen, um zu Wandern, was bei dem schönen Osterwetter nicht verwunderlich ist“, argumentiert Jürgen Kohne. „Es sollte eine nette Geste sein“, nennt er die Intention der Offensive.

Bereits am Dienstag seien alle Eier wieder eingesammelt worden. Ob der eine oder andere Wanderer ein Exemplar von einem Zweig geangelt und mitgenommen habe, vermag er nicht einzuschätzen, fände das aber auch nicht schlimm. Positiv sieht er, dass die Aktion offenbar einen Nachahmer gefunden hat. „Am Jones Garden ist ein Strauch fremdgeschmückt worden“, erzählt er. Diese Eier seien von der Offensive mit abgenommen worden. Schließlich sollen die Kunststoff-Ovale nicht herrenlos im Naturschutzgebiet herumkullern.

Unbekannter Nachahmer schmückt Strauch am Jones Garden

Mit der Aktion hat die Offensive kein Neuland betreten. „Schon seit Jahren wird oberhalb des Weges am Waldrand ein Strauch geschmückt, sowohl zu Weihnachten als auch zu Ostern“, hat Jürgen Kohne, der nach eigenen Angaben oft dort unterwegs ist, beobachtet. Die eingesammelten Eier hat die Offensive eingelagert. „Vielleicht kann man sie ja noch für andere Aktionen nutzen“, begründet der Geschäftsführer dieses Vorgehen.

Woher die Eier kommen? Durch den Telefonhörer ist das Schmunzeln von Jürgen Kohne zu spüren. Die Schmuckstücke wurden in Geschäften in der Region gekauft. „Wir haben gehamstert“, muss er dann doch lachen.

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