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Wettbewerb zur Umgestaltung der Fußgängerzone

Neue Ideen für ein altes Pflaster

Lengerich

Noch gut drei Wochen haben Planungsbüros Zeit, sich für einen Wettbewerb in Lengerich anzumelden. Es geht um die Neugestaltung großer Teil der Fußgängerzone.

Paul Meyer zu Brickwedde

Die Fußgängerzone ab Römer bis zum Bodelschwinghplatz ist einer von zwei Bereichen, die umgestaltet werden sollen. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

In gut drei Wochen werden Jürgen Kohne, Frank Lammert und Ulrich Sauer wissen, ob ihr Wunsch von zwölf bis 15 Teilnehmern in Erfüllung gegangen ist. Dann läuft die Frist ab, bis zu der Planungsbüros mitteilen können, ob sie bei einem sogenannten freiraumplanerischen Wettbewerb dabei sein möchten. Der soll die Grundlage für die Neugestaltung weiter Teile der Lengericher Fußgängerzone liefern. Ein Vorhaben, so die drei städtischen Mitarbeiter, das von enormer Bedeutung ist.

Die Ausschreibung für den Wettbewerb musste europaweit geschehen, erklärt das Trio. Eine Jury, bestehend aus externen Experten – sie haben eine einstimmige Mehrheit in dem Gremium –, Mitarbeitern der Verwaltung und Lokalpolitikern, hat zu entscheiden, welche Konzepte am meisten überzeugen. Die Wettbewerbsbeiträge müssen bis zum 11. Dezember vorliegen. Drei Preisträger werden ermittelt und mit Preisgeldern ausgezeichnet. Einer ihrer Entwürfe, so der städtische Beigeordnete Frank Lammert, werde zum Tragen kommen, wobei der Erstplatzierte sicher „verbesserte Chancen“ habe. Nach der Jury-Entscheidung sollen der Öffentlichkeit voraussichtlich im Februar/März kommenden Jahres alle Beiträge vorgestellt werden.

Wichtige Kriterien bei der Suche nach den besten Entwürfen sind die funktionale Qualität, worunter unter anderem Barrierefreiheit fällt, der wirtschaftliche Aspekt und nicht zuletzt die „Gestaltqualität des Freiraums“. Dazu zählt beispielsweise die Frage, wie attraktiv ist es für Passanten, in der Fußgängerzone zu verweilen. Sicher ein ganz zentraler Aspekt, betont Lammert.

Läuft alles wie gewünscht, könnten bereits Ende 2019/Anfang 2020 die Bauarbeiten in der Stadt beginnen. Es geht dabei auf jeden Fall um zwei Abschnitte: den vom Bodelschwinghplatz bis zum Rathausplatz – der bleibt außen vor, weil er erst vor einigen Jahren neu gestaltet worden ist – und den vom Rathausplatz bis zum Wapakonetaplatz. Die sich beteiligenden Planungsbüros befassen sich zudem mit kleinen Abschnitten von Münster- und Bergstraße sowie der Straße Zur Alten Gießerei und das Stück zwischen Bahnhofstraße und Seilergasse. Ob die Ideen dafür dann aber auch zur Realisierung kommen, werde später entschieden, so Lammert.

Ulrich Sauer, lange Leiter des Fachbereichs Straßenbau, der trotz Erreichens der Ruhestandsgrenze immer noch ein wenig für die Verwaltung tätig ist, weiß, wie alt das Pflaster in der Fußgängerzone bereits ist. Das in der Altstadt sei 1973 verlegt worden, das in der Bahnhofstraße Mitte der 80er Jahre. Höchste Zeit also für Neues. Zum einen weil das „Material verbraucht ist“, wie Sauer sagt. Zum anderen weil die Optik sicher nicht mehr zeitgemäß und schon gar nicht zukunftsweisend ist.

Die gesamte Maßnahme ist Teil des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (Isek), das im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht worden war. Für die Umsetzung des am Ende erfolgreichen Wettbewerbsbeitrags erhofft sich die Stadt Zuschüsse in Höhe von rund 50 Prozent, berichtet Wirtschaftsförderer Jürgen Kohne. Die dürften dann verteilt auf mehrere Jahre fließen, ein Antrag ist von der Stadt bereits gestellt worden.

Neben einem neuen Pflaster geht es auch um neue Sitz- und Spielgelegenheiten, eventuell um neues Grün und vielleicht auch um neue Nutzungen, was etwa auf dem Bodelschwinghplatz denkbar wäre. Auf einem Teil des Areals befindet sich jetzt noch ein Parkplatz. Bleibt der oder gibt es eine andere Lösung? Das ist eine der Fragen, die mit dem Wettbewerb auch zu klären sein werden.

Für den weiteren Lauf der Freiraumgestaltungs-Dinge kündigen Lammert, Kohne und Sauer an, dass alle Betroffenen, sprich Anlieger und Kaufleute frühzeitig informiert und einbezogen werden. Auf sie, da reden die drei Männer nicht lange drum herum, werden während der Bauarbeiten erhebliche Belastungen warten. Die zu minimieren, darum werde es unter anderem gehen, wenn die weiteren Abläufe geplant werden.

Die entsprechenden Versorgungsunternehmen sind ihren Worten zufolge bereits über das Vorhaben unterrichtet worden. Zu klären ist dabei, ob die Gelegenheit auch genutzt wird, um Leitungen zu erneuern. Ist das notwendig, wird das beim Faktor Zeit sicher eine Rolle spielen.

Wesentlich mitgesteuert wird das Projekt auch zum einen durch eine Lenkungsgruppe, in der Vertreter von Verwaltung und Politik zusammenarbeiten. Zum anderen werde es Aufgabe eines im Zuge des Isek-Prozesses entstehendes Citymanagements sein, den Fortgang der Dinge öffentlich zu kommunizieren und zu erklären, kündigt Jürgen Kohne an.

Im weiteren Verlauf der Umsetzung von Isek-Ideen soll es auch noch ein Fassadenprogramm geben, um Häuser in der Innenstadt aufzuwerten.

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