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Firma Witt investiert

Neue Maschine für neue Kundenkreise

Lengerich

Schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie hat das Unternehmen MBO Witt damit begonnen, neue Märkte zu erschließen. Das hat jetzt dazu geführt, dass kräftig investiert wird, unter anderem in eine große Bettfräsmaschine.

Paul Meyer zu Brickwedde

Neue Möglichkeiten bei der Fertigung von Einzelteilen bietet die neue Foto: Firma Witt

Schlechte Nachrichten aus der Wirtschaft gibt es in Pandemie-Zeiten gefühlt Tag für Tag. Ein Drittel aller Unternehmen nutzt die Kurzarbeit, um durch den aktuellen Lockdown zu kommen; die Zahl der Erwerbstätigen ist Ende 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Prozent zurückgegangen; das Reallohnniveau ist offenbar Corona-bedingt gesunken – so lauten Meldungen aus den vergangenen Tagen. Doch es geht auch anders. Positives gibt es beispielsweise vom Lengericher Maschinenbauer MBO Witt zu berichten.

Das Unternehmen mit rund 70 Mitarbeitern hat bereits vor dem Ausbruch der Pandemie damit begonnen, neue Märkte zu erschließen. Ein Prozess, der nun dazu führt, dass kräftig investiert wird. Zum einen wurde eine Halle angemietet, in der speziell für Kunden aus der Lebensmittel- und Pharmaziebranche produziert wird. Die strikte Trennung zu den anderen Betriebsteilen sei notwendig, um den nötigen Korrosionsschutz, der von den Kunden eingefordert werde, zu gewährleisten, erklären Ralf Otte und Klaus Seemann, zwei der drei Witt-Geschäftsführer. Zum anderen ist eine große Bettfräsmaschine angeschafft worden, die es ermögliche, Teile bis zu einer Länge von 3,7 Metern zu bearbeiten. Bislang, so die beiden Verantwortlichen, habe man entsprechende Arbeiten immer an andere Firmen abgeben müssen.

Welche finanziellen Dimensionen dahinterstecken, machen die Geschäftsführer auch deutlich. Die Maschine habe über 400 000 Euro gekostet – bei einem Jahresumsatz von rund fünf Millionen Euro. Wegen Corona wolle man bei Witt „den Kopf nicht in den Sand stecken“, betonen Seemann und Otte, sondern trotzdem „einen Schritt nach vorne machen“.

Dass das nicht in einem blühenden Umfeld passiert, merkt man auch in dem Lengericher Betrieb. 2020 seien einige Kunden weggebrochen, erzählt Otte. Etwa aus dem Mode- und dem Automobilsektor. Und im Dezember habe sogar eine Phase der Kurzarbeit gegeben. Doch die gewünschten neuen Kunden seien nur zu gewinnen und zu halten, wenn Witt sich fit mache für die Zukunft.

Für die, das wissen die Verantwortlichen, braucht es nicht nur Gebäude und Maschinen, sondern auch und nicht zuletzt ausreichend qualifiziertes Personal. Am Fachkräftemangel habe Corona nichts geändert, erzählen Seemann und Otte. Aus ihrer Sicht ist das knappe Angebot auf dem Arbeitsmarkt sogar ein größeres wirtschaftliches Problem als die Pandemie. Gebraucht werden Auszubildende und Ausgelernte gleichermaßen „Wir suchen Leute, die den Weg in die Zukunft mit uns gehen“, sagen die Geschäftsführer.

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