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Anna Hagedorn übernimmt das neue Fördermanagement in der Verwaltung

Neuer Weg zu den Geldtöpfen

Lengerich

Kommunen haben viele Möglichkeiten, an Fördertöpfe zu kommen. Vorausgesetzt, die Verantwortlichen wissen wie und wo und bewältigen die Antragsformalitäten. In Lengerich gibt es nun eigens ein Fördermanagement, um das sich Anna Hagedorn kümmert.

Von Paul Meyer zu Brickwedde

Frank Lammert, Anna Hagedorn und Jürgen Kohne (von links) versprechen sich einiges vom Fördermanagement, warnen aber auch vor zu hohen Erwartungen. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Anna Hagedorn macht einen ebenso sympathischen wie seriösen Eindruck. Das sind sicher nicht die schlechtesten Voraussetzungen für die 25-Jährige, von ihren neuen Kollegen in Lengerichs Stadtverwaltung freundlich aufgenommen zu werden. Aber es darf ohnehin angenommen werden, dass es sich kaum jemand mit ihr verscherzen möchte, denn wenn sie in Zukunft ins Spiel kommt, wird es oft ums Geld gehen. Mit ihr hat die Kommune eine Stelle besetzt, die es bislang gar nicht gab: Sie baut im Haus ein Fördermanagement auf und soll den verschiedenen Fachdiensten beiseite stehen, wenn es um das Einwerben von Fördermitteln geht.

Ein Job, da zeigen sich Frank Lammert und Jürgen Kohne überzeugt, der sich für Lengerich auszahlen wird. Der Beigeordnete und der Wirtschaftsförderer sagen, dass die Städte und Gemeinden von Bund und Land einerseits nach wie vor chronisch strukturell unterfinanziert werden, es andererseits aber eine Vielzahl von Möglichkeiten gibt, Gelder für einzelne Projekte und Vorhaben zu generieren.

Mit dieser Situation hat sich im vergangenen Jahr bereits die CDU beschäftigt und einen Antrag eingebracht, in dem es heißt: „Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, in welcher Form innerhalb der Verwaltung eine zentrale Stelle zur Prüfung auf Ansprüche von Fördermitteln auf Kreis-, Bundesland-, Bundes- und europäischer Basis für unterschiedlich anfallende Investitionsmaßnahmen eingerichtet werden und genutzt werden kann.“ Eine Idee, so Lammert, die man gerne aufgegriffen habe – entsprechende Gedankenspiele habe es seinerzeit auch schon bei der Stadt gegeben.

Gleichwohl ist es jetzt nicht damit zu rechnen, dass die Millionen-Beträge nur so sprudeln. Anna Hagedorn erzählt, dass sie die ersten Wochen für Gespräche in den verschiedenen Fachdiensten genutzt habe, um sich so einen groben Überblick zu verschaffen. „Die Tiefe fehlt aber noch.“ Weiter betont die 25-Jährige, die zuvor bei einem Büro tätig war, das Kommunen und Unternehmen in Sachen Breitband beraten hat, dass die Projekte, für die Fördermittel gewonnen werden sollen, in der Verantwortung des jeweiligen Verwaltungsbereiches bleibe. Sie sehe ihre Aufgabe vor allem als Dienstleister für die Kollegen und als jemand, der Netzwerke schaffe und verbessere – sei es im Haus, sei es beispielsweise mit Blick auf andere Kommunen.

Dass es in der Regel kein leichtes Unterfangen ist, an Gelder heranzukommen, ist in Ausschusssitzungen immer wieder einmal aus der Verwaltung zu hören. Zum einen sei es für die einzelnen Fachdienste im Alltag nicht immer leicht, überhaupt auf die entsprechenden Quellen zu stoßen. Und dann sind da auch noch die Modalitäten, die mit einem Förderantrag verbunden sind. Jedes Programm, jeder Förderer sei anders, erklären Hagedorn, Lammert und Kohne. Es braucht Finanzpläne und Bewerbungen, manchmal auch die Zusammenarbeit mit Fachbüros und mehr.

Welche Bedeutung Fördertöpfe inzwischen haben, lässt sich in Lengerich leicht anhand einiger Beispiele aufzählen: Für den geplanten Bau der Tartanbahn im Stadion wird es Geld geben, es fließen Millionen für die Modernisierung der Fußgängerzone, für die Pumptrackanlage an der Gesamtschule gab es Mittel und auch der Radweg, der entlang der Straße Wüstenei entstehen soll, soll so teilfinanziert werden. Vier von vielen Beispielen.

Wirtschaftsförderer und Beigeordneter hoffen, dass die Erwartungshaltung an Anna Hagedorn nicht zu hoch wird. Sie verweisen darauf, dass ihr für das Fördermanagement eine halbe Stelle zur Verfügung steht und die Stadt auch schon bislang recht erfolgreich in diesem Bereich unterwegs gewesen sei. Aber natürlich sei zu erwarten, dass durch die Aufwertung der Aufgabe die Stadt finanziell auch profitieren werde.

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