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Bäume leiden unter Trockenheit und Hitze

Nicht alle werden überleben

Lengerich

Den Bäumen auf städtischem Grund geht es nicht gut. Grund sind die Trockenheit und Hitze der vergangenen Wochen. Beim Wässern setzt die Stadt Prioritäten: junge Bäume und Blühstreifen sind zuerst dran.

Paul Meyer zu Brickwedde

Die Farbe des Laubes im mittleren Teil des Vortlager Dammes lässt vermuten, es könnte schon Herbst sein. Die Trockenheit zeigt hier Auswirkungen. Foto: Wilhelm Schmitte

Wenn das Jahr bereits acht, neun Wochen weiter fortgeschritten wäre, würde man wahrscheinlich sagen: Am Vortlager Damm sieht es schön aus, richtig nach Herbst und goldenem Oktober. Doch es ist erst Ende August. Und dass sich jetzt schon die Blätter verfärben und die Bäume an der Straße, wie an vielen anderen Orten auch, ihr Laub abwerfen, ist Ergebnis von Trockenheit und Hitze. Zum dritten Mal in Folge macht der Sommer der Natur massiv zu schaffen. Das wiederum sorgt bei der Stadt für einiges an Arbeit und Sorgenfalten.

Viel Bewässerungsarbeit

Holger Lange, Fachdienstleiter Straßenbau, berichtet, dass der städtische Baubetriebshof wieder einmal eine Menge Wasser verteilen muss. Versorgt werden kann aber längst nicht alles. Bei den Bäumen seien es lediglich die Neuanpflanzungen der vergangenen Jahre. Manche von denen seien mit sogenannten Gießsäcken versehen worden, die können dem Baum über längere Zeit das so wertvolle Nass liefern.

Dann sei es wichtig, die Blühstreifen, von denen es auf kommunalem Grund mittlerweile einige gibt, vor allem in der Entwicklungsphase feucht zu halten. Und schließlich sind da noch die Beete mit den Wechselbepflanzungen, beispielsweise am Ortseingang Tecklenburger Straße, an der Friedhofskreuzung oder an der Stadtverwaltung. Auch die würden gegossen, sagt Lange.

Pflege nicht „zum Nulltarif“

Angesichts der Entwicklung in den vergangenen Jahren werde zudem verstärkt die Pflanzenauswahl in den Fokus genommen. Der Fachdienstleiter spricht von „Klimaresistenz“ und davon, dass es gerade bei Bäumen inzwischen einige Züchtungen gebe, die mit den Bedingungen besser zurecht kämen. In Sachen Blühstreifen stellt er aber auch klar, dass deren Pflege nicht „zum Nulltarif“ zu bekommen sei. „Die sind sehr schön und kommen bei den Bürgern auch sehr gut an“, so der Mann aus der Stadtverwaltung. Wolle man weiter auf sie setzen, sei der erforderliche Aufwand nicht zu vermeiden.

Wie viele städtische Bäume den Sommer 2020 letztendlich nicht überleben werden, könne er noch nicht sagen, fährt Lange bei der Beschreibung der Lage fort. Aber es seien bereits einige nach Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde beim Kreis entfernt worden, weil sie sonst den Verkehr – etwa durch herabfallende Äste – hätten gefährden können.

Ein Baumkontrolleur der Stadt werde nach und nach auch abseits der größeren Straßen schauen, wo noch Handlungsbedarf besteht und gegebenenfalls entscheiden, welcher Baum durch einen Rückschnitt noch eine Chance bekommt, im kommenden Jahr wieder auszutreiben. Hilfreich seien dabei auch Hinweise von Bürgern, betont Lange.

Zu kämpfen haben seinen Worten nach mit der Trockenheit sowohl Laub- wie Nadelbäume. „Aber die meisten werden es natürlich schon überstehen“, will er die Situation auch nicht über die Maßen dramatisieren.

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