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Corona-Selbsttests und kostenlose Tests für jedermann: Die Situation in Lengerich

Noch herrscht Ebbe

Lengerich

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie sollen Selbsttests und kostenlose Tests neben dem Impfen eine wichtige Rolle spielen. Doch wer in Lengerich darauf zurückgreifen möchte, hat es offenbar nicht leicht. So zumindest das Bild am Mittwoch in verschiedenen Geschäften und Apotheken. Es zeichnet sich aber ab, dass sich die Situation schon kommende Woche erheblich ändern könnte.

Paul Meyer zu Brickwedde

Wenn ein Strich erscheint, ist der Corona-Test negativ ausgefallen. Foto: Thomas F. Starke

Zwei Mal Fehlanzeige bei Aldi, genauso bei Lidl und auch bei Rossmann und Müller in Lengerich sind am Mittwoch keine Corona-Schnelltests für den Eigengebrauch erhältlich gewesen. Wann eine Lieferung erwartet wird? Ein konkreter Termin wird nirgends genannt. „Vielleicht noch diese Woche“, heißt es beispielsweise bei Müller. In Apotheken scheint die Lage ganz ähnlich zu sein.

„Leider sind unsere Corona-Selbsttests aktuell noch nicht verfügbar. Wir arbeiten mit vereinten Kräften daran, diese schnellstmöglich zur Verfügung zu stellen“ ist auf einem Schild bei Rossmann zu lesen. Nebenan bei Müller wird von vielen Kundenanfragen gesprochen – was auch Apothekerin Annette Fuchs bestätigen kann. Sie gehe davon aus, in der kommenden Woche die offenbar ziemlich heiß begehrte Ware im Sortiment in ihrer Apotheke an der Bahnhofstraße zu haben. Vielleicht sogar noch in der dieser Woche komme bei ihm eine Lieferung an, berichtet Berufskollege Josef Leugermann von der „Test-Front“.

Für die Apotheker steht bei diesem Thema aktuell noch eine andere Frage im Raum: Sie gehören neben Ärzten, Laboren und Hilfsorganisationen zu jenen Berufsgruppen beziehungsweise Institutionen, die sogenannte Bürgertestungen nach Paragraf 4a der Coronavirus-Testverordnung durchführen können. Für den Aufbau der entsprechenden Infrastruktur sucht der Kreis nun „Leistungserbringer“ wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Zumindest bei den Apotheken ist die Zusage, beim Testen mitzumachen, offenbar kein Selbstläufer. Stefan Meyer (Altstadt-Apotheke) und Josef Leugermann sagten am Mittwoch, dass sie wahrscheinlich nicht dabei sein werden. Und das aus einem simplen Grund, es fehle das Personal. Meyer führt an, dass mindestens 20 Stunden pro Woche das Testangebot vorgehalten werden müsse, „auch am Wochenende“. Noch sei man im Haus zwar im Diskussionsprozess, aber es zeichne sich ab, dass „das nicht zu stemmen ist“. Ähnlich argumentiert Josef Leugermann.

Anders wird es vielleicht bei Annette Fuchs laufen. „Wir können eventuell einen Rentner aktivieren“, sagt sie zum Testen in ihrer Apotheke. Bei dem Ruheständler handle es sich um einen ehemaligen Apotheker. Sei der bereit, die Aufgabe zu übernehmen, wolle sie versuchen, das Testen anzubieten. Die räumlichen Voraussetzungen seien auf jeden Fall vorhanden, erklärt Annette Fuchs, die auch von entsprechenden Kundenwünschen erzählt. „Seit zwei, drei Wochen fragen die Leute danach.“

Test-Profi ist mittlerweile Anne Szekular. Ihr Pflege- und Betreuungsdienst bietet sei Dezember kostenpflichtige Tests für jedermann an. Die Nachfrage sei groß, sagt sie. Zu ihren Kunden gehörten neben Privatpersonen auch eine Reihe lokaler Firmen. Nun hat sie beim Kreis das entsprechende Antragsformular ausgefüllt, um kostenlose Test für Bürger anbieten zu können. Ob daraus etwas wird, müsse sie nun abwarten. Wenn ja, wolle sie das kostenpflichtige Angebot künftig auf die Privatwirtschaft beschränken, Otto-Normalverbraucher müsse dann im Rahmen der geltenden Regeln nichts mehr bezahlen.

Beim DRK-Kreisverband Tecklenburger Land ist man noch nicht so weit. Mit den Ehrenamtlichen in den Ortsvereinen werde momentan geklärt, ob das Rote Kreuz zum Aufbau der Test-Infrastruktur beitragen könne, sagt die Vorstandsvorsitzende Bernadette Wiegand. Wo dann möglicherweise getestet werde, stehe demzufolge auch noch nicht fest.

Nach Angaben des Kreises sind bereits zahlreiche Anträge von Interessenten eingegangen, die teil der Test-Infrastruktur werden wollen. Zahlen für einzelne Orte konnte Pressesprecherin Kirsten Weßling am Mittwoch indes keine nennen. Momentan gehe es darum, zu prüfen, wer alles geeignet ist, die Aufgabe zu übernehmen.

Die Stadtverwaltung ist zwar nicht unmittelbar am Aufbau der Infrastruktur beteiligt, hat nach den Worten von Ludger Dierkes „größtes Interesse“ daran, dass in Lengerich entsprechende Angebote gemacht werden. Deshalb würden „im Hintergrund“ auch Gespräche geführt, so der Fachdienstleiter Zentrale Dienste. Er zeigte sich am Mittwoch optimistisch, dass sich „vielleicht schon Ende der kommenden Woche“ Entscheidendes tue.

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