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Berufungsverhandlung wegen Betrugs

Paketbote soll nicht-existente Personen beliefert haben

Lengerich/Münster

Lieferungen an Personen, dies es gar nicht gibt – dieses Betrugsdelikt wirft die Staatsanwaltschaft einem Mann vor, der für die Post in Lengerich gearbeitet hat. Nun befasst sich das Landgericht Münster in einem Berufungsverfahren mit dem Fall.

„Mit diesem Einlassungsverhalten kommen sie auf keinen grünen Zweig.“ Offenkundig auf Unverständnis gestoßen ist am Montag ein 24-jähriger Mann beim Vertreter der Staatsanwaltschaft. Der Mettinger hatte gegen ein Urteil des Amtsgerichts Tecklenburg Berufung eingelegt. Doch nun, beim Termin vor der 14. Strafkammer des Landgerichts Münster, machte er keine weiteren Angaben zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen.

Erstinstanzlich war der 24-Jährige zusammen mit einem Mann aus Ibbenbüren wegen gemeinschaftlichen Betruges zu Geldstrafen von 80 Tagessätzen in Höhe von 30 Euro beziehungsweise 45 Tagessätzen zu je 50 Euro verurteilt worden. Das Amtsgericht sah es als erwiesen an, dass der 24-jährige, der im Jahr 2019 als Paketzusteller bei der Post in Lengerich arbeitete, Elektronikteile an nicht existente Personen in seinem Zustellungsgebiet versendete und die Waren den Paketen schließlich entnahm, um sich damit einen Computer zusammenzubauen. Während der polizeilichen Vernehmung hatte der Beschuldigte den Ibbenbürener als seinen Gehilfen belastet, der ebenfalls Elektronikteile bestellt und auch angenommen haben soll.

Diese Aussage wiederholte der 24-Jährige am Montag nicht, sondern erklärte anfänglich, dass er sich nicht daran erinnern könne, wer die Waren bestellt habe. Auf Anraten seines Verteidigers machte der Mettinger anschließend gar keine Angaben mehr.

Der Ibbenbürener erklärte hingegen, dass er keine Elektronikteile bestellt habe und nur einmal auf Bitten des 24-Jährigen ein Paket angenommen habe. Der gelernte Vertriebsmitarbeiter berichtete, dass er den Mettinger seit vielen Jahren kenne und dass dieser ihm eine Beteiligung beim Streamen von Online-Videospielen angeboten habe. Darauf sei er eingegangen und habe dem 24-jährigen als Investition einen Computer gekauft. Das Gerät sei jedoch nicht gut genug gewesen. Mit der Beschaffung der Elektroteile für den Bau eines neuen Computers habe er nichts zu tun gehabt.

Aufgrund des Schweigens des Angeklagten müssen nun die Ermittler geladen werden, um den Sachverhalt weiter aufzuklären. Bis zur Anberaumung eines neuen Verhandlungstermins wurde das Verfahren ausgesetzt.

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