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Lennard Kleine Niesse besucht Lengerichs Partnerstadt Wapakoneta

„Politik spaltet die Gesellschaft“

Lengerich/Wapakoneta

Lennard Kleine Niesses Weltreise geht weiter. Eine Station war jetzt in Lengerichs Partnerstadt Wapakoneta, aus der auch Neil Armstrong, der erste Mensch, der auf dem Mond gewesen ist, stammt. Kleine Niesse hat viel erlebt und gesehen und gibt außerdem noch einen kulinarischen Tipp.

Von Lennard Kleine Niesse

Von seiner Gastfamilie in Foto: Lennard Kleine Niesse

Die Weltreise des Lengerichers ging von New York aus weiter nach Ohio. Um genau zu sein in Lengerichs Partnerstadt Wapakoneta. Wapakoneta ist eine amerikanische Kleinstadt und erlangte vor allem dadurch Bekanntheit, dass ein Sohn der Stadt der erste Mensch auf dem Mond gewesen ist. Die Rede ist von Neil Armstrong, auf den die Bürger mächtig stolz sind. Das sei auch an einigen Monumenten in der Stadt sowie am Armstrong- Air-Space-Museum, in dem Besucher in die Geschichte rund um Neil Armstrong und Apollo 11 eintauchen können, zu sehen.

Chicago hat sich Lennard Kleine Niesse auch angesehen. Foto: Foto: Lennard Kleine Niesse

Meine Zeit in Wapakoneta habe ich in einer waschechten amerikanischen Familie verbracht, die mich fünf Wochen aufgenommen hat. Meine Gasteltern sowie meine beiden Gastbrüder haben mich von Anfang an herzlich aufgenommen und mir eine unbeschreiblich tolle Zeit beschert. Von Tag eins an habe ich mich wie ein echtes Familienmitglied gefühlt, und meine Familie hat einige tolle Dinge mit mir unternommen.

Feuerwerk am Nationalfeiertag

Wir waren unter anderem bei einem Baseball- und einem Fußballspiel in Columbus, haben einige Tage mit dem Boot meiner Gastfamilie am Indian Lake verbracht und haben gemeinsam das Feuerwerk am 4. Juli, dem Nationalfeiertag der USA, besucht. All diese Großveranstaltungen waren komplett ausverkauft, und es wurden auch keine Masken getragen. Es schien als herrsche wieder Normalität, und tatsächlich habe ich während meines Aufenthalts hier niemanden kennengelernt, der nicht gegen das Coronavirus geimpft wurde.

Verwunderlich war für mich, dass sich in Ohio jeder US-Staatsbürger, der älter als 18 Jahre ist, eine Pistole oder sogar ein Sturmgewehr kaufen kann, sofern er keine schwerwiegenden Vorstrafen hat.

Waffengesetze

Nachdem meine Gastbrüder mich einmal mit in einen Schießstand genommen hatten und ich selbst verschiedene Pistolen und Sturmgewehre ausprobiert habe, wurde mir erst einmal bewusst, was man mit solchen Waffen Schreckliches anstellen kann. Ich persönlich bin sehr froh über unsere strikten Waffengesetze in Deutschland und finde die Waffenpolitik in den USA sehr erschreckend.

In Lengerichs Partnerstadt besuchte der Weltreisende das Armstrong-Air-Space-Museum. Foto: Foto: Lennard Kleine Niesse

Überrascht war ich auch, dass Politik oft ein Tabuthema ist über das nicht gesprochen wird, da es sonst oft zu Streitigkeiten kommt. Allerdings verkünden hier die meisten Menschen dennoch, auf welche Partei sie setzen. In Wapakoneta haben die Republikaner die Oberhand, Demokraten sind Außenseiter. Die ganze Stadt ist geziert von Trump-Plakaten wie „Trump 2024“ oder „Stolen Election 2020“. Nicht selten hörte ich auch Sätze wie „Joe Biden ist der schlimmste Präsident, den wir jemals hatten“. Es ist also ein brenzliges Thema, das die gesamte Bevölkerung spaltet.

Gastfreundschaft

Ebenfalls verwundert, aber auf eine sehr positive Art, war ich von der Gastfreundschaft der Stadt Wapakoneta und der Mitglieder des Sister-City Programms, die mich zu einigen tollen Ausflügen in und rund um Wapakoneta eingeladen haben. Der Höhepunkt war ein Ausflug nach Chicago, bei dem ich im Willis-Tower, dem höchsten Gebäude der Stadt, in einer Glasbox runter auf die gesamte Stadt schauen konnte. Chicago zählt mit seiner wunderschönen Architektur und dem Chicago River, der mitten durch die Stadt fließt, zu einer der schönsten Städte, die ich bisher auf meiner Reise erleben durfte. 

Lohnende Wartezeit

Wer einmal in Chicago ist, darf sich die Chicago-Style-Pizza nicht entgehen lassen. Diese „Deep-dish-Pizza“, die aussieht wie ein Kuchen hat es auf jeden Fall in sich. Die Wartezeit, die etwa eine Stunde in Anspruch nimmt, lohnt sich.

Fünf Wochen habe ich bei meiner Gastfamilie in Wapakoneta verbracht. Ich kann auf eine tolle und bereichernde Zeit zurückblicken in der aus meiner Gastfamilie ein richtiger Teil meiner Familie geworden ist. Die ersten drei Monate meiner Reise waren aufregend, aber auch sehr anstrengend. In Wapakoneta konnte ich eineinhalb Monate Energie tanken und bin wieder bestens gewappnet für all die Abenteuer, die in den nächsten Monaten und Jahren auf mich zukommen werden.

Dankbarkeit

Ursula Hohmann-Assig aus Lengerich hat die Verbindung nach Wapakoneta hergestellt und stellvertretend für das gesamte Sister-City-Programm sowie die Stadt Wapakoneta, dankt Kleine Niesse Cheryl Drexler und Michelle Gearing. Bedanken will er sich auch bei Daniel Deutsch und dessen Familie, die ihn für zwei Nächte bei sich in Cincinatti aufgenommen haben und ihn nach Wapakoneta gebracht haben. Ein Dank natürlich geht auch an die Gastfamilie. Tausend Dank an Doug, Tanya, Bailey, Kaiden und Alyssa für eine der tollsten Zeiten meines Lebens.

Wer Lennard Kleine Niesse digital auf seiner Reise begleiten möchte, sollte auf Instagram oder YouTube vorbeischauen. Dort gibt er unter dem Namen „NiesseOnTour“ täglich Einblicke in seine Reise rund um den Globus.

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