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Bauland ist in Lengerich erheblich teurer geworden

Preissprung von fast 20 Prozent

Lengerich

Einen kräftigen Preissprung gibt es auf dem Baulandmarkt in Lengerich. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Grundstücksmarktbericht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Kreis Steinfurt. Reichte die Spanne für den Quadratmeter im Vorjahr von 65 bis 180 Euro, sind es zum Stichtag 1. Januar 2021 nun 80 bis 215 Euro. Für mittlere Lagen mussten im Durchschnitt 180 Euro pro Quadratmeter gezahlt werden.

Paul

Wer in Lengerich den Traum vom Eigenheim verwirklichen möchte, muss für das Grundstück womöglich wesentlich tiefer in die Tasche greifen als noch vor ein, zwei Jahren. Foto: Klaus Meyer

Einen kräftigen Preissprung gibt es auf dem Baulandmarkt in Lengerich. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Grundstücksmarktbericht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Kreis Steinfurt, der jetzt vorliegt. Reichte die Spanne für den Quadratmeterpreis im Vorjahr (Stichtag 1. Januar 2020) noch von 65 bis 180 Euro sind es nun (Stichtag 1. Januar 2021) 80 bis 215 Euro.

Für mittlere Lagen mussten demnach zuletzt im Durchschnitt 180 Euro pro Quadratmeter hingelegt werden, für gute 195 Euro und für mäßige 105. Ein Jahr zuvor waren es noch 150, 170 und 100 Euro. Mit einem Preisplus von 19,8 Prozent liegt Lengerich unter den Kommunen im Kreis im vorderen Drittel. Im Durchschnitt verzeichneten die Gutachter einen Anstieg von 11,7 Prozent.

Anders sieht es bei der längerfristigen Entwicklung aus. Wird 2011 als Basisjahr mit einem Index von 100 zugrund gelegt, stieg der Wert in Lengerich bis 2020 lediglich auf 108,4. Mit Ladbergen (104,5) und Laer (106,4) gibt es nur zwei Gemeinden, in denen der Zuwachs noch geringer war. Kreisweit wuchs der Index auf 121,5. Zu 2021 gab es dann in Lengerich allerdings einen steilen Anstieg auf 129,9. Damit katapultierte sich die Stadt ins Mittelfeld der 23 Kommunen (Rheine wird nicht aufgeführt). Zum Vergleich: Von 1990 bis 2010, also über 20 Jahre, ergab sich in Lengerich eine Indexsteigerung vom Basiswert 100 bis auf 197,5.

Die Berechnung der sogenannten Bodenrichtwerte wird nach Zonen vorgenommen. Der Spitzenwert von 215 Euro in Lengerich für Grundstücke, auf denen eine ein- bis zweigeschossige Bebauung möglich ist, wurde im Bereich zwischen Ringeler Straße, Stettiner Straße, Am Bürgerpark und in etwa Raiffeisenstraße ermittelt. Nördlich daran angrenzend folgt mit 190 Euro eine weitere hochpreisige Zone. Mit 195 Euro darüber liegt noch ein Quartier zwischen Widumweg, Uhlandstraße, Rewe und Wielandstraße. Preislich weit oberhalb davon angesiedelt ist die in zwei Bereiche aufgeteilte Fußgängerzone. Für den westlichen Bereich ab Bodelschwinghplatz bis zum Übergang Rathausplatz/Bahnhofstraße liegt der Bodenrichtwert bei 265 Euro, östlich davon bis zum Wapakonetaplatz bei 220 Euro. Allerdings ist dort jeweils eine mehrgeschossige Bebauung möglich.

Innerhalb des Innenbereichs von Lengerichs ist ein West-Ostgefälle festzustellen: Zwischen dem Ortseingang an der Tecklenburger Straße und dem Übergang der Bogenstraße in die Bahnhofstraße liegt die Spanne zwischen 140 und den genannten 195 Euro. Dann folgt das Gebiet bis zum Dyckerhoff-Werk, wo zwischen 110 und 135 Euro ermittelt wurden. In Hohne sind es dann zwischen 90 und 120 Euro. In den Außenbereichen wird der Bodenrichtwert überwiegend mit 80 Euro angegeben.

Ersichtlich wird aus dem Grundstücksmarktbericht auch, welche Preise für Häuser zu bezahlen sind. Bei Gebäuden, die zwischen 1950 und 1974 gebaut wurden, lag der Durchschnittspreis für den Quadratmeter bei 1520 Euro (durchschnittliche Grundstücksgröße 672 m², durchschnittliche Wohnfläche 132 m²). Für Häuser aus der Zeit zwischen 1975 und 1994 mussten 1720 Euro für den Quadratmeter investiert werden (Grundstück 573 m², Wohnfläche 189 m²). 1980 Euro pro Quadratmeter wurden bei Immobilien aus den Jahren 1995 bis 2009 erzielt (Grundstück 545 m², Wohnfläche 190 m²). Und 2500 Euro pro Quadratmetern sind es bei Häusern aus den Jahren 2010 bis 2018 (Grundstück 567 m², Wohnfläche 164 m²).

Die Angaben des Berichts für Lengerich beruhen auf der Auswertung von insgesamt 214 Verträgen. Bei 48 ging es um den Erwerb unbebauter Grundstücke und bei 110 um bebaute. Zudem ging es 51 Mal um den Kauf von Wohnungs- oder Teileigentum und fünf Mal um Erbbau-Grundstücke.

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