1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Lengerich
  6. >
  7. Quarantäne könnte nächste Woche fallen

  8. >

Altenzentrum Haus Widum

Quarantäne könnte nächste Woche fallen

Lengerich

Am Freitag und Samstag werden die drei Bewohner des Altenzentrums Haus Widum, bei denen Anfang April eine Corona-Infektion festgestellt wurde, erneut getestet. Fällt das Ergebnis negativ aus, könnte in der nächsten Woche die vom Kreis verhängte Quarantäne aufgehoben werden.

Michael Baar

Das Altenzentrum Haus Widum. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Die Erleichterung in der Stimme von Sonja Bender ist nicht zu überhören. „Die Quarantäne soll aufgehoben werden“, freut sich die Geschäftsführerin der Altenzentrum Haus Widum gGmbH. Am 1. April hatte der Kreis Steinfurt die Senioreneinrichtung unter Quarantäne gestellt.

Drei Bewohner des Hauses waren positiv auf das Coronavirus getestet worden. Am Freitag sowie am heutigen Samstag werden diese Personen erneut getestet. „Fallen die Ergebnisse negativ aus, könnten die strengen Vorschriften gelockert werden“, sagt sie im Telefongespräch mit den Westfälischen Nachrichten. Solange müsste die Bewohner allerdings im Isolierbereich bleiben.

Neben den Senioren waren auch zwei Mitarbeitende des Altenzentrums positiv auf Covid-19 getestet worden. Inzwischen, so die Geschäftsführerin, seien rund 90 Prozent des Personals einem entsprechenden Test unterzogen worden. „Praktisch sind nur die nicht erfasst worden, die nicht zurzeit nicht im Dienst sind“, erläutert sie die Quote.

Auch zwei Mitarbeiter waren positiv getestet worden

Nach Beginn der Quarantäne waren im Seniorenheim nicht nur ein Isolierbereich, sondern auch spezielle Mitarbeiterteams gebildet worden. Die für die Betreuung der Infizierten zuständigen Kolleginnen und Kollegen bedeutete das in der ersten Woche eine erhebliche Einschränkung. „Sie wurden in einem Hotel untergebracht und von dort aus zur Arbeit und wieder zurückgebracht“, beschreibt Sonja Bender die extremen Einschränkungen für diese Mitarbeitenden. In der zweiten Woche hätte dieses Team dann zwischen Zuhause und Seniorenheim pendeln dürfen.

Auch wenn sie feststellt, „es war anstrengend“, hat sie ein anderes Erlebnis fast sprachlos gemacht. „Als es darum ging, wer die isolierten Bewohner betreut, haben sich 29 Freiwillige gemeldet, darunter drei Mitarbeitende der Diakonie. Ich hatte gedacht, das wird schwer, Freiwillige zu finden“, räumt sie ein. „Ich bin allen Kolleginnen und Kollegen super dankbar für dieses Engagement“, sprudelt es aus ihr heraus.

Geschäftsführerin Sonja Bender

Mit dem Gesundheitsamt des Kreises müsse noch geklärt werden, ob dieses Team ab der nächsten Woche wieder normal eingesetzt werden könne. Möglicherweise spielt bei dieser Entscheidung ein ungewöhnlicher Aspekt eine Rolle. Eine der am Monatsbeginn positiv getesteten Mitarbeiterinnen habe immer noch dieses Ergebnis bei den Überprüfungen. „Sie zeigt keine Symptome, wird aber weiter in Quarantäne bleiben“, erläutert die Geschäftsführerin.

Wann Angehörige ihre Familienmitglieder im Seniorenheim wieder besuchen können, ist weiter offen. Besucher haben nach wie vor keinen Zutritt zum Altenzentrum Haus Widum und zum Seniorenzentrum Gempt in Lengerich sowie zum Altenzentrum Haus Widum in Ladbergen. „Eventuell können wir in der nächsten Woche die Angehörigen informieren, wie es weitergeht“, sagt sie. Vorstellen könnte sich Sonja Bender erste Kontakte in Form koordinierter Treffen im Gartenbereich des Hauses – Zeitpunkt offen.

Eines ist nicht nur der Geschäftsführerin sehr positiv in Erinnerung geblieben: „Als Trompeter Jürgen Hakmann an Ostern im Innenhof gespielt hat, das war toll.“

Startseite