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Geteiltes Echo auf mobilen Corona-Schnelltest

„Reaktion auf Wünsche der Kunden“

Lengerich

Mit der Resonanz bei der Premiere für den mobilen Corona-Schnelltest ist Anne Szekular zufrieden. Am Mittwoch, 16.Dezember, will sie erneut dieses Angebot auf dem Platz an der Gempt-Halle vorhalten. Grund sind viele Nachfragen aus Reihen der Kunden des Pflegedienstes.

Michael Baar

Durchs Fenster nimmt Anne Szekular die Abstriche aus Rachen- und Nasenraum. Nach 30 Minuten hat der Kunde das Ergebnis. Foto: Michael Baar

Der erste Kunde ist überpünktlich – Anne Szekular allerdings auch. Das entsprechende Formular ist schnell ausgefüllt, dann kommt der junge Mann zum Fenster des Testmobils. Er setzt seine Mund-Nasenbedeckung ab. Vorsichtig führt Anne Szekular das lange Stäbchen mit der Wattespitze zunächst in den Rachenraum, dann in die Nase ein.

Der Mann zieht seine Maske wieder hoch. Trotzdem ist ihm anzusehen, dass diese Prozedur nicht unbedingt angenehm ist. Dafür weiß er eine halbe Stunde später, ob er mit dem Coronavirus infiziert ist. Als hätten sie sich abgesprochen, kommen die nächsten Interessierten in dem zeitlichen Abstand, den die Geschäftsführerin des Betreuungs- und Pflegedienstes jeweils für einen Abstrich benötigt.

Um 17 Uhr ist sie „gut zufrieden, der Schnelltest ist gut angenommen worden“, berichtet sie im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten. Dass es zwischendurch auch kleine Ruhephasen gegeben habe, hätte Raum für administrative Arbeiten gelassen.

Wie die Ergebnisse ausgefallen sind, verrät Anne Szekular nicht. Sie betont allerdings, dass es bei einem positiven Ergebnis nicht bei dessen Übermittlung per E-Mail bleibe. „Dann rufe ich die Person an, spreche mit ihr darüber“, beschreibt sie das Vorgehen. Selbstverständlich werde auch das Gesundheitsamt informiert.

Dass Anne Szekular diesen mobilen Covid-Test anbietet, hat in der Ärzteschaft zumindest für Irritation gesorgt. Denn auch die Hausärzte in Lengerich und Umgebung bieten in ihren Praxen – schon seit Wochen – ambulante Covid-19-Antigen-Tests an, ebenfalls für 35 Euro. Die beinhalten auch, falls gewünscht, eine ärztliche Beratung.

„Ist ein ambulanter Pflegedienst bezüglich Pflegeleistungen derart unterfordert, dass man eine andere Einkommensquelle sucht?“, heißt es provokant auf der Internetseite hausarzt-lengerich.de. Diese Tests sind innerhalb der Infektionssprechstunde, aber auch in der übrigen Zeit möglich, betont Arnold Schulte im Gespräch mit den WN, weil es sich um „nicht-Erkrankte“ handle. Der Hausarzt verweist zudem darauf, dass in den Praxen, sollte ein positives Ergebnis beim Schnelltest festgestellt werden, umgehend ein PCR-Test angefertigt und an ein Labor geschickt werde. Für die betroffene Person gelte dann ab sofort Quarantäne bis zum Vorliegen eines negativen Ergebnisses.

Auf Vorbehalte aus Reihen der Mediziner gegenüber ihrem Angebot „will ich nicht eingehen“, sagt Anne Szekular. Sie betont, dass sie auf die Wünsche aus den Reihen ihrer Kunden reagiert habe. Ihr Team werde ohnehin im Wochen-Rhythmus Corona-Tests unterzogen.

„Die Mitarbeiter, die bei dem mobilen Angebot dabei sind, machen das freiwillig“, fügt sie hinzu. Die würden schließlich täglich mit den Wünschen und Sorgen der Kunden konfrontiert. Am Mittwoch, 16. Dezember, wird sie von 14 bis 17 Uhr erneut mit dem Corona-Testmobil an der Gempt-Halle stehen. „Die Tests mache ich selbst“, dieser Hinweis ist ihr noch wichtig.

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