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Jugendzentrum gibt sich ein Kinderschutzkonzept

Regeln für die Grenzbereiche

Lengerich

Ab dem Frühjahr soll es für das Jugendzentrum in Lengerich ein Kinderschutzkonzept geben. Die Arbeiten daran laufen seit Monaten. Das Vorhaben ist komplex und verfolgt mehrere Ziele.

Mit dem Kinderschutzkonzept will das Team des Jugendzentrum Grenzüberschreitungen gegenüber dem jungen Publikum vorbeugen und auch über das Thema aufklären. Foto: dpa

Das Team des Jugendzentrums Lengerich arbeitet an einem Kinderschutzkonzept. Im Frühjahr soll es vorliegen und ab dann auch zur Anwendung kommen. Ziele werden damit gleich mehrere verfolgt: Die Mitarbeiter des Hauses geben sich selbst ein Regelwerk für den Umgang mit ihrem jungen Publikum. Kinder und Jugendliche sollen für das Thema Kindeswohl sensibilisiert werden und wissen, dass sie im Fall der Fälle auf Hilfe bauen können. Alle Besucher sollen per „Verhaltenskodex“ erfahren, welches Verhalten im Jugendzentrum und im Umgang miteinander toleriert wird und wo Grenzen sind (ersetzt wird die bestehende Hausordnung). Durch das Kinderschutzkonzept wollen die Verantwortlichen Transparenz und so Vertrauen schaffen.

Wie Leiter Thomas Brümmer am Donnerstagabend während des „Gesprächskreises Jugendzentrum“ mit Vertretern aus Rat und Verwaltung erläuterte, wird es 2025 für alle Jugendeinrichtungen zur Pflicht, solch ein Konzept zu haben. Seit Mitte vergangenen Jahres wird in Lengerich daran gearbeitet. Einbezogen sind sowohl Experten, die beratend tätig sind, als auch über einen Fragenkatalog die Kinder und Jugendlichen, die in das Haus an der Bergstraße kommen.

Brümmer erinnerte daran, dass er und seine Kolleginnen schon jetzt verpflichtet seien, die zuständigen Stellen zu informieren, wenn es einen Verdacht von Kindeswohlgefährdung gebe. Diese Zusammenarbeit habe sich wesentlich verbessert, weil es inzwischen auch Rückmeldungen und Austausch gebe und kein bloßes Melden von möglichen Fällen. Zudem betonte er, dass Eltern zunehmend sensibilisiert seien und es entsprechende Fragen und Gespräche gebe. Beispielhaft verwiesen er und seine Kollegin Jenny Wymbs auf Ferienprogrammaktionen im Sommer. So habe es etwa Erklärungsbedarf zu Unterwasserfotos gegeben, die während des Schnuppertauchens im Freibad gemacht wurden.

Dass es auch ums Abwägen geht, verdeutlichte das Duo am Beispiel Zeltlager. Bislang ist es so, dass Betreuer mit den Kindern in einem Zelt schlafen, um ihnen gegebenenfalls nachts zur Seite zu stehen, wenn sie etwa auf Toilette müssen und Angst im Dunkeln haben. Nach Rücksprache mit den Fachleuten sei entschieden, diese Regelung beizubehalten, auch wenn es gute Gründe gebe, anders zu verfahren. Wichtig, das betonten Wymbs und Brümmer, sei es, so etwas offen zu kommunizieren, damit Eltern und Kinder wissen, wie gearbeitet wird und warum bestimmte Dinge auf bestimmte Art angegangen werden.

Von Politik und Verwaltung gab es Lob für die Arbeit am Kinderschutzkonzept. Bürgermeister Wilhelm Möhrke sprach in diesem Zusammenhang von einer „Vorbildfunktion“, die das Haus an der Bergstraße habe und so erfülle.

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