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Gemeinsame Hilfsaktion der Vereine „Stützpfeiler“ und „Würde und Gerechtigkeit“

Rettungswagen auf dem Weg in den Krieg

Lengerich

Mit medizinischem Gerät und Material bestückt wurden gestern Mittag drei Rettungswagen, die über Paderborn und Polen geradewegs in die Ukraine gefahren werden. Organisiert haben die Fahrzeuge und das Material der Verein „Stützpfeiler“ um Jutta Schulte und die Aktion „Würde und Gerechtigkeit“. Ihnen halfen dabei die großzügigen Spenden der Bevölkerung.

-jb-

Claudia und Hermann Lütke-Schümer und Jutta Schulte (v. l.) freuen sich, dass es gelungen ist, drei Rettungswagen aufzutreiben, die nun auf dem Weg in die Ukraine sind.Dennis Kjer (l.) und Timo Schulte sichteten und sortierten medizinisches Material, das dann auf die Rettungswagen verteilt wurde. Foto: Joke Brocker

„Jetzt habe ich einen Rettungswagen gekauft“, verkündete am Donnerstagmittag Hermann Lütke-Schümer. Tatsächlich hatte der Schatzmeister der Aktion „Würde und Gerechtigkeit“ zwei Vertretern des Kreises Steinfurt soeben einen ausgedienten RTW, Baujahr 2013, abgekauft. Selbstverständlich nicht, um mit dem Spritfresser fortan spazieren zu fahren, sondern für einen guten Zweck.

Das Fahrzeug gehört zu einem von insgesamt sieben, die der 37-jährige Paderborner Spediteur Maik Menke, Vater von bald sechs Kindern, höchstpersönlich in die Ukraine fahren wird. Wenige Stunden vor Start der heiklen Mission, holten Menke und einige Freiwillige die Fahrzeuge ab, die auf dem Betriebsgelände der Firma Schulte geparkt waren. Neben dem RTW des Kreises Steinfurt einen ausgedienten Rettungswagen des DRK, den die Aktion „Würde und Gerechtigkeit“ sowie der Verein „Stützpfeiler“ im Zuge ihres gemeinsamen Ukraine-Projektes (die WN berichteten) gemeinsam gekauft haben und einen gespendeten Rettungswagen, der bisher in Düsseldorf im Einsatz war.

Aus Bonn kämen weitere drei Rettungswagen und ein Krankentransportfahrzeug, berichtete Jutta Schulte, gut vernetzte Vorsitzende des 2021 gegründeten Vereins „Stützpfeiler“. Ein Kontaktmann in der Ukraine hatte die Helfer in Deutschland wissen lassen, dass im Kriegsgebiet nun vor allem Rettungsfahrzeuge sowie medizinisches Material und Gerät benötigt würden. Dieses verteilten die Ehrenamtlichen Dennis Kjer und Timo Schulte am Mittag auf die drei Fahrzeuge. Dass der Konvoi nun über Paderborn und Polen Richtung Ukraine fahren kann, ist vor allem der Großzügigkeit von Unternehmern, darunter eine Online-Apotheke, aber auch vieler Lengericher Bürgerinnen und Bürger zu verdanken. Allein die IG Leeden habe 3000 Euro, das AWO-Familienzentrum 1900 Euro gespendet, freut sich Hermann Lütke-Schümer über die große Hilfsbereitschaft der Bevölkerung.

Begleitet werde der Tross der Rettungsfahrzeuge übrigens auch von drei Ärzten aus Rostock. Bis nach Polen würden die Fahrzeuge von Maik Menke und den Freiwilligen gefahren. Von dort aus werde Menke die Einsatzfahrzeuge nach und nach in das Kriegsgebiet fahren. Ein Gedanke, den wohl nicht nur Hermann und Claudia Lütke-Schümer sowie Jutta Schulte sehr beunruhigend finden. Beide Vereine werden ihr Ukraine-Hilfsprojekt, für das NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann die Schirmherrschaft übernommen hat, fortsetzen. Demnächst würden sie wohl von den Spendengeldern vor allem dringend benötigte Lebensmittel kaufen, ist Lütke-Schümer überzeugt. Das Spendenkonto des Vereins Stützpfeiler hat bei der Volksbank Westerkappeln-Saerbeck folgende IBAN: DE45 4036 1627 0052 0153 00. Das Spendenkonto der Aktion Würde und Gerechtigkeit hat folgende IBAN: DE84 4015 4476 0001 1578 17.

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