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Interview zur Corona-Situation in der Helios-Klinik

„Sehen uns aktuell gut gerüstet“

Lengerich

Angesichts der aktuellen Fallzahlen und der deutschlandweiten Entwicklung rechnet Arne Hesselmann, Pflegedirektor der Helios-Kinik, mit einem Anstieg der Corona- Patientenzahlen auch auf „seiner“ Intensivstation. Trotz dieser Entwicklung sieht er die Klinik „gut gerüstet.“

In der Helios-Klinik Foto: Peter Kneffel/dpa

Über die gegenwärtige Situation auf der Intensivstation, die Arbeitsbelastung des Personals und das Thema Impfen hat die WN-Redaktion mit Arne Hesselmann, Pflegedirektor der Helios-Klinik, gesprochen.

Wie würden Sie die Situation auf der Intensivstation gegenwärtig bewerten? Wie viele Plätze stehen zur Verfügung? Wie viele Covid-19-Patienten können maximal aufgenommen werden?

Hesselmann: Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben wir uns schon mehrfach neuen pandemischen Lagen angepasst. Wir bewerten die Corona-Lage täglich neu und können so kurzfristig Kapazitäten aufstocken und bei Bedarf umstrukturieren. Bezüglich der Aufnahmekapazitäten stehen wir in einem engen Austausch mit den Kliniken der Region, um im Bedarfsfall schnell gemeinsam reagieren zu können. Dazu gehört auch die Sicherstellung unserer Handlungsfähigkeit für die Gesundheitsversorgung von Covid-19- und Nicht-Covid-19-Patienten. Klinikintern haben wir eingespielte Abläufe und Konzepte. An der Helios-Klinik Lengerich stehen insgesamt zwölf Intensivbetten zur Verfügung.

Kommt es zu einer merklich höheren Arbeitsbelastung des Personals durch Corona-Patienten, die in der Helios-Klinik behandelt werden?

Hesselmann: Selbstverständlich fordert die Corona-Pandemie auch weiterhin unserem gesamten Personal physisch und emotional viel ab. Aus den Erfahrungen der ersten drei Wellen ist eine Routine erwachsen, die es uns ermöglicht, schnell die verfügbaren personellen und strukturellen Ressourcen zu bündeln und mit der Belastung emotional besser umzugehen.

Wird das Thema Impfen gegenüber Corona-Patienten, die bislang nicht geimpft sind, von Ärzten, Ärztinnen, Krankenpflegerinnen oder Krankenpflegern angesprochen?

Hesselmann: Allein durch die Möglichkeit der Impfung, die es im vergangenen Jahr noch nicht gab, haben wir eine andere Situation. Die Impfung schützt nachweislich vor schwerwiegenden Krankheitsverläufen. Daher werben wir weiterhin für Impfungen und versuchen natürlich stetig aufzuklären. Unsere Zahlen zeigen auch, dass im Vergleich wenige geimpfte Patienten auf den Intensivstationen behandelt werden. Konsequentes Impfen, auch die sogenannte Booster-Impfung, ist der einzige sinnvolle Weg aus der Pandemie.

Viele Krankenhäuser in Deutschland sind offenbar bereits an ihren Kapazitätsgrenzen angekommen bzw. haben sie überschritten. Wird so etwas auch in Lengerich befürchtet?

Hesselmann: Angesichts der aktuellen Fallzahlen und der deutschlandweiten Entwicklung müssen wir davon ausgehen, dass die Patientenzahlen auch auf unserer Intensivstation weiter steigen werden. Aktuell sehen wir uns – trotz dieser Entwicklung – gut gerüstet, dass die Lage beherrschbar bleibt.

Wie bewerten Sie die Maßnahmen der Politik gegen die Pandemie? Wie bewerten Sie eine mögliche Impfpflicht für medizinisches und pflegendes Personal?

Hesselmann: In erster Linie gibt es aus unserer Sicht für jeden, der im medizinischen Bereich tätig ist, die Verpflichtung sich selbst und die Patienten zu schützen. Hierzu trägt neben Schutz- und Hygienemaßnahmen natürlich die Impfung entscheidend bei. Die Entscheidung über eine Impfpflicht für alle oder bestimmte Berufsgruppen ist und bleibt Aufgabe des Gesetzgebers.

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