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Kulturforum: Lesung mit Dirk Kurbjuweit

Sehenden Auges in den Abgrund

Lengerich

Am 23. August startet das Kulturforum in die neue Saison. Erster Gast in Lengerich ist Dirk Kurbjuweit. Der Journalist und Autor stellt sein Buch „Der Ausflug“ vor.

Von und

Dirk Kurbjuweit, Leiter des Hauptstadtbüros beim Spiegel, ist am 23. August im Kulturforum zu Gast und liest aus seinem Roman „Der Ausflug“. Foto: Susanne Schleyer/Autorenarchiv

Der Journalist und Autor Dirk Kurbjuweit ist am Dienstag, 23. August , auf Einladung des Kulturforums, Stiftung der Stadtsparkasse Lengerich, in Lengerich zu Gast. Er stellt seinen neuen Gesellschaftsroman „Der Ausflug“ vor. Dirk Kurbjuweit nimmt uns mit auf eine sommerliche Kanutour in die deutsche Provinz. Für die vier Freunde Amalia, Josef, Bodo und Gero wird diese allerdings nicht nur zur Zerreißprobe ihrer Freundschaft, sondern auch zum Kampf ums Überleben. Radikal und packend erzählt „Der Ausflug“ von innerdeutschen Mentalitätsgräben, Rassismus und eskalierender Gewalt, wie es in der Einladung der Veranstalter heißt.

»Dirk Kurbjuweits brisante psychologische Studie über Fremdenfeindlichkeit und Freundschaft rüttelt auf, macht fassungslos. Ein kurzer radikaler Roman, der zeigt, dass Rassismus und Gewalt allgegenwärtig sind“, urteilte Günter Keil von der Augsburger Allgemeinen Zeitung, über das Buch.

Amalia, Josef, Gero und Bodo, Freunde seit Kindheitstagen, haben sich zu einer sommerlichen Kanutour verabredet. Kaum sind sie an ihrem Ausflugsziel angekommen, verdichten sich die Anzeichen, dass sie hier nicht willkommen sind. Vor allem Josef, der schwarz ist, bekommt die Ablehnung von Menschen zu spüren, die aus Prinzip gegen alles fremd Aussehende sind. Doch soll man sich von ein paar ewiggestrigen Provinzlern einschüchtern lassen? Einfach klein beigeben? - Amalia, Josef, Gero und Bodo entscheiden sich dafür, zu bleiben, und ab da gibt es kein Zurück mehr.

Jeder Schritt weiter ist einer auf den Abgrund zu. Alle ahnen, dass dieser Ausflug kein gutes Ende nehmen wird. Doch keiner will es wahrhaben. Schon bald geht es nicht mehr um ein sommerliches Abenteuer, sondern nur noch darum, mit heiler Haut davonzukommen.

Kurbjuweit wuchs in Berlin und Essen auf. Er studierte nach dem Abitur Volkswirtschaftslehre und besuchte die Kölner Journalistenschule für Politik und Wirtschaft. Von 1990 bis 1999 war er Redakteur bei der Zeit, ab 1999 beim Spiegel. Ab 2002 war er stellvertretender Leiter des Hauptstadtbüros, danach Autor. Von Juli 2007 an war er zusammen mit Georg Mascolo Leiter des Hauptstadtbüros. Nach der Berufung von Georg Mascolo zum Chefredakteur im Januar 2008 war Kurbjuweit bis März 2012 alleiniger Leiter des Hauptstadtbüros. Von Februar 2015 bis Dezember 2018 war Kurbjuweit einer von drei stellvertretenden Chefredakteuren und seit Januar 2019 ist er wieder Leiter des Hauptstadtbüros.

Zwei seiner Reportagen wurden mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis ausgezeichnet. 2011 wurde er mit dem Roman-Herzog-Medienpreis ausgezeichnet. 2012 erhielt er für seine Reportage „Die halbe Kanzlerin“ den Deutschen Reporterpreis in der Kategorie Bester Essay. Kurbjuweits Novelle „Zweier ohne“ von 2001 ist seit 2011 Pflichtlektüre im Abschlussjahrgang an Realschulen in Baden-Württemberg.

Karten für die Lesung, die um 19.30 Uhr beginnt, gibt es in der Hauptstelle der Stadtsparkasse Lengerich, telefonisch unter

 0 54 81 /  80 20 oder per E-Mail-Bestellung (mailbox@ssk-lengerich.de) zum Preis von 15 Euro.

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