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Jugendgruppe besucht Partnerstadt Warta

Sprechen über Heimat und Europa

Lengerich/Warta

„Auf dieser Fahrt sind Freundschaften entstanden.“ Jendrik Peters klingt begeistert, wenn er vom Besuch in der Lengericher Partnerstadt Warta berichtet. Gemeinsam mit Christiane Uden vom Hannah-Arendt-Gymnasium hat der pädagogische Mitarbeiter der Volkshochschule (VHS) die Fahrt organisiert und begleitet. „Der Kontakt zwischen deutschen und polnischen Jugendlichen war sofort da“, bestätigt Christiane Uden seinen Eindruck.

wn

17 Jugendliche aus Deutschland und 15 aus Polen verbrachten drei Tage in Warta und besuchten die Stadt Breslau, wo sich die Gruppe vor dem Brunnen auf dem Marktplatz zusammenfand. „Heute fremd – morgen Freunde“ war das Motto der Warta-Fahrt (Bild rechts). Foto: privat

Seit über 20 Jahren besteht die Städtepartnerschaft, die bisher weitgehend von Erwachsenen gepflegt wurde. Im Rahmen der politischen Jugendbildung hat die VHS Kontakt zum Partnerschaftsverein in Lengerich aufgenommen, mit dem Ziel, Jugendliche für Polen als Nachbarland und dessen Kultur zu begeistern. Im September 2017 hatten bereits zwölf polnische Jugendliche Lengerich besucht und an einem Programm teilgenommen. Mit der Fahrt nach Polen fand jetzt der Gegenbesuch statt.

Neben Freizeitaktivitäten ging es besonders um Fragestellungen zu den Themen Heimat und Europa. Was macht Heimat aus, und was bedeutet Heimat und Zuhause für jeden einzelnen? An welchen Orten halten sich die Menschen gerne auf? Wie sehen Freunde die Heimat? Bei der Suche nach Antworten auf diese und andere Fragen stellten die Jugendlichen fest, dass die Unterschiede zwischen Polen und Deutschen gar nicht so groß sind.

„Wir hören dieselbe Musik und verbinden mit Heimat ähnliche Gedanken“, hat die 15-jährige Patricia aus Warta festgestellt. Die Polin freute sich sehr über den Besuch der deutschen Gruppe. „Es ist schön zu sehen, wer in unserem Nachbarland lebt.“ Generell sind es die zwischenmenschlichen Begegnungen, die die Fahrt zu „etwas ganz Besonderem“ werden ließen, stellte Ula Pietrzak, Deutschlehrerin in Polen, fest.

Im Fokus standen auch die Bildungssysteme beider Länder. Wie sieht der Schulalltag für Jugendliche in Polen aus, wie machen es die Deutschen? Das wurde in Workshops besprochen und kreativ dargestellt. Die abschließende Präsentation fand im Beisein von Wartas Bürgermeister Krystian Krogulecki statt. Er fand im Anschluss nur lobende Worte: „Wir müssen Europa als Chance sehen und brauchen den Austausch.“

Ein Höhepunkt der Fahrt war der Besuch Breslaus, bei dem sich die Jugendlichen mit der Geschichte der Stadt und auch des Landes beschäftigten. Bei Temperaturen um die 35 Grad fiel dies jedoch nicht immer leicht, so die Verantwortlichen.

Da kam es gelegen, dass die Gruppe an einem großen See in der Nähe von Warta untergebracht war, wo eine frische Brise willkommene Abkühlung bot. Grillabende sorgten zudem für eine schöne Atmosphäre zum Abschluss der Tage. „Die Gastfreundschaft ist unglaublich“, fassen Jendrik Peters und Christiane Uden ihre Eindrücke zusammen.

Freude über die Aktion empfindet auch Peter Peszena, Vorsitzender des Partnerschaftvereins Lengerich-Warta: „Wir leben gegenwärtig im Europa der offenen Grenzen, Das sollte genutzt werden, um Völkerverständigung, Toleranz und das Miteinander zu stärken. Schüler und junge Leute sind viel offener, haben keine Berührungsängste und bringen viele neue Ideen mit.“

Das Projekt wurde gefördert vom NRW-Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales. Bereits im Vorfeld wurde es mit dem Richeza-Preis ausgezeichnet, der zivilgesellschaftliches Engagement würdigt und mit einer finanziellen Förderung unterstützt. „Dadurch konnten wir die Fahrt sehr gut finanzieren“, so Jendrik Peters.

Politische (Jugend-)Bildung sei eine Kernaufgabe der VHS, die es künftig noch intensiver zu bespielen gelte. „Die Investition in Begegnung, Austausch und Miteinander ist wertvoll und zahlt sich aus“, stellt Peters fest. „Die Kooperation hat Spaß gemacht“, zeigt sich auch Christiane Uden vom HAG zufrieden. „Es war anstrengend, aber wir werden noch lange daran zurückdenken.“

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