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Straßenbeleuchtung: Ausschuss für deutliche Ausweitung der Nachtabsenkung

Strom sparen in der Dunkelheit

Lengerich

Der Bund verpflichtet die Kommunen mittels Verordnung zum Energiesparen. In Lengerich wird sich das bei der Straßenbeleuchtung auswirken. Die sogenannte Nachtabsenkung wird ausgeweitet.

-mzb-

Die Straßenbeleuchtung wird in den kommenden Herbst- und Wintermonaten nachts länger heruntergedimmt. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

In Lengerich wird die sogenannte Nachtabsenkung bei der Straßenbeleuchtung voraussichtlich erheblich ausgeweitet. Der Haupt- und Finanzausschuss sprach sich am Donnerstagabend bei einer Enthaltung dafür aus, die Beleuchtung künftig von 21 bis 7 Uhr zu reduzieren. Hintergrund sind die Bemühungen um Energieeinsparungen. Nach dem klaren Votum ist damit zu rechnen, dass auch der Stadtrat am kommenden Donnerstag, 29. September, dem Vorschlag der Verwaltung zustimmt.

Wie Holger Lange, Fachdienstleiter Straßenbau, erläuterte, könnte durch die Ausweitung der Absenkung um zwei Stunden im Vergleich zu 2021 der Stromverbrauch um 5,4 Prozent gesenkt werden. Allerdings sei das „ein rein rechnerischer Wert“, da bei der Steuerung der Beleuchtung verschiedenste Aspekte wie die Wetterlage oder Vollmond eine Rolle spielten.

Die Straßenbeleuchtung wird zentral gesteuert und schaltet sich automatisch mit der Dämmerung an beziehungsweise aus. Eine Zeitschaltuhr löst bislang um 22.30 Uhr die Nachtabsenkung aus und beendet sie um 6.30 Uhr.

Bei der Überlegung, wie der Verbrauch weiter gesenkt werden kann – die Beleuchtung ist trotz eines seit 2009 um fasst 40 Prozent gesunkenen Strombedarfs die mit Abstand größte Verbrauchsstelle der Stadt –, habe der Arbeitskreis Energiekrise der Verwaltung verschiedene Szenarien in Erwägung gezogen, so Lange im Ausschuss weiter. Neben der nun von dem Gremium abgenickten Variante stand noch eine zweite im Beschlussentwurf. Die hätte eine Ausweitung um nur eine Stunde mit sich gebracht, demzufolge geringere Einsparungen zur Folge gehabt.

Nachdem seitens der Verwaltung versichert worden war, dass vor allem die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen auf dem Weg zur Schule nicht gefährdet sei und die Stadt in vollem Umfang ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkomme, war klar, dass der Vorschlag mit dem größeren Einsparvolumen zum Zuge kommen würde. Anne Engelhardt von den Grünen brachte es auf den kurzen Nenner „Je mehr, desto besser“.

Frank Lammert, Beigeordneter der Stadt, sagte, dass eine Komplettabschaltung der Beleuchtung indes nicht in Frage komme, das wäre mit Blick auf die Verkehrssicherungspflicht nicht zulässig.

Wie aus der Sachdarstellung der Verwaltung weiter hervorgeht, gibt es 2473 kommunale Straßenlaternen (Beleuchtungspunkte), die 2021 516 000 Kilowattstunden Strom verbraucht haben. Die Kosten dafür beliefen sich auf 118 000 Euro. Zu den finanziellen Auswirkungen der geplanten Maßnahme heißt es: „Aufgrund der zu erwartenden höheren Energiekosten wird eine Reduktion des Energieverbrauches nicht zu einer Verringerung der Energiekosten führen.“

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