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Weihnachten im Sozialkaufhaus

Umsatz bricht massiv ein

Lengerich

Unter der Corona-Pandemie leidet auch das Sozialkaufhaus an der Bergstraße. Zeitweise war das Kaufhaus im vollständigen Lockdown. Für die Mitarbeiter bedeutete das Kurzarbeit.

Von Gernot Gierschner

Mareike Schott, Geschäftsführerin des gemeinnützigen Vereins Treffpunkt Möbel, sucht für das Sozialkaufhaus zurzeit ganz besonders Kinderzimmer- und Babymöbel, Einzelbetten, kleine Kleiderschränke und Elektrogeräte. Foto: Gernot Gierschner

Der Einzelhandel leidet schwer unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie, das Sozialkaufhaus Lengerich des gemeinnützigen Vereins Treffpunkt Möbel an der Bergstraße 13 bildet da keine Ausnahme, wie Mareike Schott, Geschäftsführerin des Vereins, zu berichten weiß: „Viele kleine Geschäfte kommen in wirtschaftliche Schieflage oder müssen sogar schließen. Auch für uns ist dies keine leichte Zeit.“

Mareike Schott ist Kummer gewohnt, schon mehrfach musste sie in den letzten fünfundzwanzig Jahren, die sie für den Verein tätig ist, Rückschläge hinnehmen. Sei es, dass die öffentliche Förderung fehlte, das Gebäude an der Bergstraße einen Schaden erlitt oder dass dort eingebrochen wurde. Nun also Corona. „Die Corona-Soforthilfe von 15 000 Euro hat uns zwar gerettet, aber jetzt müssen wir davon 10 000 Euro zurückzahlen, da die Personalkosten nicht von der Hilfe abgedeckt werden.“ Zeitweise war das Kaufhaus im vollständigen Lockdown und die dreizehn Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in kompletter Kurzarbeit. „Für jemanden der Vollzeit arbeitet und am untersten Ende der Einkommensskala liegt, ist das existenzbedrohend.“ Zurzeit wird durch das Arbeitsmarktprogramm „Gruppenarbeit“ des Kreises Steinfurt ein Teil der Arbeitsplätze gefördert, und die gute Nachricht ist, dass auch die Mittel für 2022 bewilligt wurden.

Es ist eines der Vereinsziele, Arbeitsplätze für Menschen, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt keine Arbeit finden konnten, neu zu schaffen und zu erhalten. Einige Angestellte sind bereits seit über 15 Jahren im Sozialkaufhaus beschäftigt. Zweites wichtiges Vereinsziel ist es, allen Menschen zu ermöglichen, Möbel, Kleidung, Haushaltsgegenstände, E-Geräte und weitere Dinge des täglichen Bedarfs preiswert erwerben zu können.

Hier gibt es zurzeit massive Umsatzeinbußen, berichtet Mareike Schott: „Die Menschen kommen nicht mehr so häufig wie früher.“ Die 2G-Regel ist da wohl eine – leider notwendige – Hürde geworden.

Auf der anderen Seite hat auch das Spendenaufkommen deutlich nachgelassen. „Unser Umsatz ist abhängig von den Spenden, auch von deren Qualität.“ Es gebe entgegen der Vorjahre zu Weihnachten weniger Möbelspenden, so die Geschäftsführerin. Das liege zum Teil kurioserweise an den derzeitigen weltweiten Lieferproblemen für Neuware. Wer auf seine neue Sitzgruppe warten müsse, könne die alte auch nicht spenden – so einfach ist es manchmal.

Umso dringender hofft Mareike Schott auf die Spendenbereitschaft der Lengericherinnen und Lengericher auch nach den Feiertagen. Sie bitte um Verständnis dafür, dass nicht jedes Möbelstück willkommen ist: „Wir müssen auswählen – leider – wir haben nur einen begrenzten Platz. Die Möbel müssen verkäuflich sein, viele unserer Kunden haben nur ein kleines Appartement, da passt eine Schrankwand einfach nicht rein.“ Kinderzimmer- und Babymöbel, Einzelbetten, kleine Kleiderschränke und Elektrogeräte werden vom Sozialkaufhaus gerade besonders dringend gesucht.

Daneben vor allem Hausrat, Geschirr, Töpfe und Elektro-Kleingeräte, gut erhaltene Kinderkleidung, alles rund um die Schule, Koffer und nicht zuletzt Spiele und Bücher für Kinder sind heiß begehrt: „Auch Geldspenden sind sehr willkommen“, so Mareike Schott. Natürlich würde sich die Geschäftsführerin auch über mehr Kundschaft freuen, die das eine oder andere „Secondhand-Geschenk“ unter den Weihnachtsbaum legen möchte.

Das Sozialkaufhaus an der Bergstraße 13 hat montags bis freitags von 9.30 bis 18 Uhr und samstags (gerade Kalenderwoche)von 9.30 bis 13 Uhr geöffnet und ist erreichbar unter

 0 54 81 / 8 33 70 oder

 0 54 81 /  84 53 03, Fax 0 54 81 / 9 86 18. E-Mail: treffpunkt-moebel@osnanet.de. Der Treffpunkt Klamotte in der Bahnhofstraße ist montags bis donnerstags von 9.30 bis 18 Uhr und freitags von 9.30 bis 10 Uhr geöffnet. Die Bankverbindung bei der Stadtsparkasse: IBAN DE94 40 15 44 76 00 00 01 71 11.

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