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Agentur für Arbeit zieht an die Tecklenburger Straße

Umzug ohne Kisten schleppen

Lengerich

Kisten mit Akten müssen nicht geschleppt werden, wenn die Geschäftsstelle Lengerich der Agentur für Arbeit umzieht. Am Dienstag erfolgt der Standortwechsel von der Bahnhofstraße in den Neubau der Wohnungsbaugenossenschaft an der Tecklenburger Straße 28.

Michael Baar

Im ersten Obergeschoss des Wohnbau-Neubaus an der Tecklenburger Straße zieht Dienstag die Arbeitsagentur ein. Foto: Erhard Kurlemann

Nein, Kisten mit Akten müssen nicht geschleppt werden, wenn die Geschäftsstelle Lengerich der Agentur für Arbeit in der nächsten Woche umzieht. Das Schmunzeln von Reinhard Greß bei dieser Frage ist durch den Telefonhörer zu spüren. „Wir haben schon lange keine Akten mehr, alle Daten sind auf Computern“, sagt der Geschäftsstellenleiter der Arbeitsagentur Rheine im Gespräch mit den WN.

Am Dienstag, 29. September, bezieht die Agentur ihre neuen Räume im Gebäude der Wohnungsbaugenossenschaft an der Tecklenburger Straße 28. Ab Mittwoch sind die sechs Mitarbeitenden dort zu finden. Wobei die Corona-Pandemie allerdings dafür gesorgt hat, dass seit Mitte März in Lengerich keine persönlichen Gespräche mehr zwischen Kunden und Mitarbeitern geführt werden.

Erst seit Anfang September ist so etwas wieder möglich. „Allerdings nur in begründeten Ausnahmefällen in den Geschäftsstellen Rheine, Emsdetten, Ibbenbüren und Steinfurt“, schränkt er ein. Die Begründung ist einleuchtend: „Wir möchten unsere Kunden und auch uns keinen Risiken aussetzen.“

Dementsprechend hat sich die Arbeit der Agentur grundlegend gewandelt. Wurden bis Mitte März etwa 90 Prozent der Anliegen im persönlichen Gespräch geklärt, sind es jetzt Telefon, E-Mail, ein Account in der Job-Börse oder Video-Kommunikation via Computer oder Skype, mit denen die Betroffenen zusammenkommen. „Das hängt davon ab, was der Kunde hat und die Leitung hergibt“, schränkt Reinhard Greß ein. Die Arbeitsagentur sei allerdings dabei, diese Wege zu erweitern.

So ist beispielsweise im Berufsinformationszentrum (BIZ) in Rheine Mitte März ein Studio eingerichtet worden. Das Angebot an virtuellen Seminare werde gut genutzt, zieht der Geschäftsstellenleiter eine Zwischenbilanz. Auch aus dem Tecklenburger Land werde dieser Weg oft gewählt. Trotz moderner Kommunikationswege – „das Telefon ist unser Rettungsanker Nummer eins“, stellt er fest.

Die Arbeit ist durch Corona eine andere geworden. „Ein persönliches Gespräch hat eine andere Qualität als ein Telefonat“, verweist er beispielsweise darauf, dass beim Vis-a-vis-Kontakt ein Dolmetscher hinzugeschaltet werden könne. Am Telefon gehe das nicht. „Allein schon die Einschätzung des Gegenübers ist beim persönlichen Kontakt leichter als via Bildschirm oder Telefon“, nennt er ein weiteres Kriterium. Deshalb werde, wann immer es auch die Corona-Pandemie zulasse, die Zahl der persönlichen Kontakte gegenüber dem aktuellen Stand wieder steigen.

Im neuen Domizil an der Tecklenburger Straße wird die Arbeitsagentur im ersten Obergeschoss 225 Quadratmeter Fläche beziehen. Ebenfalls auf dieser Etage und im zweiten Stock wird das Jobcenter des Kreises Steinfurt unterkommen. Aus Sicht von Reinhard Greß ein großer Vorteil. „Da können Absprachen viel schneller getroffen werden, wo von am Ende die Kunden profitieren.“

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