1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Lengerich
  6. >
  7. Verurteilung dank Kommissar Zufall

  8. >

Prozess wegen gefälschter Kennzeichen

Verurteilung dank Kommissar Zufall

Lengerich/Tecklenburg

Als wenig glaubwürdig eingeordnet hat das Amtsgericht Tecklenburg am Mittwoch die Aussage eines Lengerichers. Der war wegen Urkundenfälschung angeklagt – und wurde verurteilt. Konkret ging es um Autokennzeichen, mit denen etwas nicht stimmte.

-gpg-

Das Amtsgericht Tecklenburg. Foto: Michael Baar

Das Amtsgericht Tecklenburg hat sich am Mittwoch mit einem Fall von Urkundenfälschung beschäftigt. Von der Polizei war auf dem Grundstück des Angeklagten zufällig ein Fahrzeug mit gefälschten Kennzeichenentdeckt worden.

Urkundenfälschung wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft – auch der Versuch ist strafbar.

Eigentlich ging es bei der Routinekontrolle im April in Lengerich um eine ganz andere Sache. Doch einem aufmerksamen Beamten fiel dabei ein Kleintransporter auf, der ein Kennzeichen aus Oberhausen führte. Bei näherem Hinsehen entdeckte der Polizist, dass die Siegel und die HU-Plakette an dem Fahrzeug aber aus Duisburg stammten und mit Klebefilm auf dem Schild angebracht worden waren. Eine Erklärung dafür konnte der Angeklagte dafür damals nicht geben.

Vor Gericht gab er nun zu, die Schilder angebracht zu haben. Als Grund für sein Handeln nannte er, dass er die ständigen Nachfragen von Kaufinteressenten leid gewesen sei, die ihn auf das Auto ohne Kennzeichen angesprochen hätten. Wie die gefälschten Siegel aber auf die Schilder gekommen seien, könne er sich nicht erklären. Vermutlich hätten Nachbarn, mit denen er im Streit gelegen habe, ihm „eins auswischen“ wollen.

Diesen Ausführungen des Angeklagten mochte der Amtsrichter nicht folgen. Er wertete sie als mögliche Schutzbehauptung und als sehr, sehr unwahrscheinlich. Auch den Einwurf des Verteidigers, dass man doch auf seinem Grundstück machen könne, was man wolle, ließ der Richter nicht gelten. Es sei irrelevant, wer die Urkundenfälschung an dem Fahrzeug, welches dem Angeklagten gehöre, vollzogen habe. So akzeptierte der Lengericher letztendlich den Strafbefehl, der aufgrund seiner Einkommensverhältnisse auf 200 Euro reduziert worden war.

Startseite