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Vereine Stützpfeiler und Aktion Würde und Gerechtigkeit

Vierter Hilfstransport wird zum Hindernislauf

Lengerich

Zum wiederholten Mal werden die Vereine „Stützpfeiler“ sowie „Aktion Würde und Gerechtigkeit“ einen Rettungswagen – in diesem Fall von der Berufsfeuerwehr Münster – nebst etlichen Sprintern voller Hilfsgüter in die West- beziehungsweise Nord-Ukraine bringen. Es ist der bereits vierte Hilfstransport – einer, der im Vorfeld zum Hindernislauf wurde.

-mba-

Hermann Lütkeschümer (2. von links) und Jutta Schulte freuen sich mit Minister Karl-Josef Laumann (2. von rechts) über den RTW der Berufsfeuerwehr Münster, den Gottfried Wingler-Scholz (rechts) und Tobias Rotert übergaben. Foto: Michael Baar

Der vierte Hilfstransport der Vereine „Stützpfeiler.org“ und Aktion Würde und Gerechtigkeit wird zum Hindernislauf. „Ich wollte den vollgepackten Sprinter vom Hof fahren, da ist die Kupplung verreckt“, erzählt Hermann Lütkeschümer vom Verein Aktion Würde und Gerechtigkeit. Parallel dazu warteten die Vereine vergeblich auf einen aus Bremen zugesagten Rettungstransportwagen (RTW).

Inzwischen hat der Sprinter ein neues (gebrauchtes) Getriebe erhalten. Und von der Berufsfeuerwehr Münster haben die Vereine jetzt einen RTW bekommen. 250 000 Kilometer hat das Einsatzfahrzeug auf dem Tacho und ist elf Jahre alt. „Es ist nicht mehr ganz system-kompatibel“, erläutert Gottfried Wingler-Scholz bei der Übergabe. „Aber technisch tipptop in Ordnung“, fügt der Leiter der Berufsfeuerwehr hinzu. „Wir hatten ihn vorher noch in unserer Werkstatt, vollgetankt ist er auch“, ergänzt sein Kollege Tobias Rotert.

Ausgangspunkt für diese Spende war eine Abfrage des Landesgesundheitsministeriums zu Jahresbeginn. Dass jetzt ein RTW frei geworden ist, freut auch Minister Karl-Josef Laumann. Er verweist bei der Übergabe darauf, dass es mehrere private Initiativen für Ukraine-Hilfsaktionen im Land gibt. „Aber es macht ja Sinn, dass ein Wagen in der Region übergeben wird“, hält er nichts davon, wenn ein beispielsweise in Rheine frei werdender RTW nach Ostwestfalen gebracht würde.

Von den beiden Vereinen wird der RTW nebst etlichen Sprintern voller Hilfsgüter in die West- beziehungsweise Nord-Ukraine gebracht. „Von dort erfolgt die Weiterverteilung“, erläutert Jutta Schulte, Vorsitzende des Vereins „Stützpfeiler“. Die beiden Vereine werden den RTW noch komplett ausrüsten, damit er unmittelbar in den Einsatz in der Ukraine gehen kann. Wo das sein wird? „Wir haben Kontakte nach Lwiw und Kiew“, erzählt sie. Sogar die Klitschko-Brüder hätten sich schon gemeldet. „Die haben unsere Logos auf den Sprintern gesehen“, schmunzelt Hermann Lütkeschümer. Denn auch diese Transportfahrzeuge verbleiben in dem vom Krieg gebeutelten Land.

Von den zehn RTW, die von Lengerich aus dorthin gebracht wurden, sind drei schon nicht mehr im Einsatz. „Die sind zerschossen worden“, berichtet Jutta Schulte. Für Gottfried Wingler-Scholz ein Unding: „Laut Genfer Konvention dürfen Fahrzeuge, die mit dem Roten Kreuz gekennzeichnet sind, nicht beschossen werden.“ Glück im Unglück: In den RTW befanden sich zum Zeitpunkt der Zerstörung keine Menschen.

Wer helfen will: Beide Vereine haben Spendenkonten eingerichtet. Aktion Würde und Gerechtigkeit: IBAN. DE84 4015 4476 0001 1578 17; Stützpfeiler: IBAN: DE45 4036 1627 0052 0153 00

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